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Heterogene Interessenten mit ähnlichen Zielen

Die typische Zielgruppe des Fernstudiums sind nach der Studie des Fachverbands Forum DistancE-Learning Berufstätige zwischen 26 und 40 Jahren. Sie stehen voll im Berufsleben und sind meist auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, wenn sie sich für die Aufnahme eines Fernstudiums entscheiden. Der Erwerb weiterführender Qualifikationen kann dann eine Voraussetzung sein, um eine Führungsposition zu übernehmen, um sich in einem neuen Fachgebiet zu etablieren oder um Fuß zu fassen in einer neuen Branche, die ein weiterführendes Entwicklungspotenzial verspricht.

Doch auch Teilnehmer unter 26 Jahren und über 40 Jahren waren in der Studie mit jeweils rund 25 Prozent gut vertreten. Damit zeigt sich, dass es einen typischen Teilnehmer für Fernunterricht kaum gibt. Die heterogene Zielgruppe ist vielmehr der Beweis dafür, dass die Fernlehre in sehr unterschiedlichen beruflichen und familiären Situationen als das Mittel der Wahl angesehen wird, wenn man sich beruflich oder privat weiterbilden will.

Bei näherem Hinsehen mag der Anteil der Berufstätigen, die sich im Interesse ihrer Karriere weiterbilden wollen, eine gravierende Größenordnung ausmachen. Diese Teilnehmer stehen mitten im Berufsleben und wollen oder können nicht auf ein regelmäßiges Einkommen verzichten. Auch möchte man den sicheren Arbeitsplatz nicht aufgeben, denn nach einem Studium kann der Weg zurück in die Arbeitswelt schwierig und unkalkulierbar sein. Wer sich also weiterbilden will und auf ein gehobenes Einkommen aus einem sicheren Beschäftigungsverhältnis nicht verzichten will, entscheidet sich für die Aufnahme eines Fernstudiums.

Die etwas jüngeren Teilnehmer müssen vielleicht eine Wartezeit bis zum Beginn des Präsenzstudiums überbrücken und wollen sich auf dieses Studium bereits vorbereiten. Wer nicht sofort einen Studienplatz erhält, kann mit Fernunterricht schon rechtzeitig die Grundlagen legen, um das Studium später etwas schneller zu absolvieren. Und schließlich spricht die Fernlehre auch die Gruppe der älteren Teilnehmer an. Sie sind beruflich meist gefestigt und wollen keinesfalls auf den gewohnten Lebensstandard verzichten. Deshalb ist ein Studium nur berufsbegleitend zu absolvieren, und vielleicht steht in diesem Alter auch nicht mehr die berufliche Fortbildung im Fokus, sondern eher der Spaß daran, noch einmal etwas Neues zu lernen.

Die familiäre Situation der Teilnehmer mag ebenso unterschiedlich sein wie die Hintergründe für die Aufnahme des Studiums. Familienverantwortliche müssen sich zwischen Beruf und Familie Zeit schaffen für ein Studium, Singles müssen sich daran gewöhnen, zeitliche Freiräume zu schaffen, die sich nicht mehr mit Freunden verbringen, sondern am Computer zur Erarbeitung des Studienmaterials. Und schließlich darf auch die eine oder andere Randgruppe nicht vergessen werden, die in der Fernlehre die einzige Möglichkeit sieht, eine solide Basis für das Berufsleben zu legen. Junge Mütter mit kleinen Kindern haben ebenso wenig die Chance, ein Präsenzstudium zu absolvieren wie Inhaftierte, die einige Monate oder Jahre in einer Justizvollzugsanstalt verbringen müssen. Für diese Gruppen ist Fernunterricht häufig der einzige Weg, in späteren Jahren auf einem soliden beruflichen Fundament aufzubauen und den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen.