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Human-Relations-Ansatz (Mayo et al., Hawthorne-Experimente)

In der Hawthorne-Fabrik der Western Electric Company in Chicago wurden von 1924 bis 1932 Studien durchgeführt, die herausfinden sollten, wie die Leistung der Arbeiter gesteigert werden könnte. Dabei entdeckten die Forscher einen interessanten psychologischen Zusammenhang. Im Verlauf der Studien hatte sich gezeigt, dass allein die Anwesenheit der Wissenschaftler und somit das Bewusstsein der Arbeiter, als Teil eines Experiments unter Beobachtung zu stehen, deren Leistung steigerte. Diese Tatsache beschrieben die Forscher als Hawthorne-Effekt.

Der australische Soziologe Elton Mayo war ab 1927 als Interviewer in die Studien einbezogen. In den 30er Jahren entwickelte Mayo Verfahren, die die zwischenmenschlichen Beziehungen in Betrieben verbessern sollten. Im Verlauf weiterer Hawthorne-Studien befragten geschulte Interviewer Mitarbeiter und führten sehr persönliche Gespräche mit ihnen. Ziel war es, die Kooperationsbereitschaft der Arbeiter zu fördern und ihr Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen zu stärken.

Aus den Ergebnissen der Hawthorne-Studien resultierte schließlich der Human-Relations-Ansatz, der davon ausgeht, dass Arbeitern viel mehr an der Veränderung von sozialen und emotionalen Faktoren ihrer Arbeitsbedingungen – insbesondere des Führungsstils – gelegen ist als an Lohnsteigerungen. Kritiker der Hawthorne-Studien halten deren Datenbasis und die daraus extrahierten Schlussfolgerungen aufgrund des Untersuchungsdesigns für nicht verlässlich.

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