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Prinzipal-Agent-Theorie (Alchian/Demsetz)

Die ursprünglich in den Wirtschaftswissenschaften entstandene Prinzipal-Agent-Theorie rückt die Beziehungen zwischen dem Auftraggeber (Prinzipal) und dem Auftragnehmer oder Beauftragten (Agent) in den Fokus der Betrachtung. Damit bietet die Theorie Erklärungsansätze für das Handeln von Menschen in Hierarchien. Da die Beziehungen zwischen Auftragnehmer und Agent zum Teil vertraglich geregelt werden, formuliert die Prinzipal-Agent-Theorie auch grundlegende Aussagen zur Gestaltung von Verträgen.

Zu den Kernthesen der Theorie zählt die Annahme, der Agent verfüge über einen Wissensvorsprung, was eine asymmetrische Informationsverteilung zur Folge hat. Weiterhin wird die Auffassung vertreten, der Agent werde seinen Informationsvorsprung ausnutzen, wenn es seinen eigenen Zwecken dient. Aus der Tatsache, dass Prinzipal und Agent gegebenenfalls voneinander abweichende Ziele verfolgen, ergeben sich eine Vielzahl möglicher Konflikte, Risiken und Probleme, die als Negativauslese (Adverse Selection), Moralisches Risiko (Moral Hazard) und sogenannte Hold-up-Situationen, die daraus entstehen, dass verborgenes Handeln oder verborgene Informationen erst nach Vertragsabschluss zutage treten.

Neben der Theorie der Verfügungsrechte, der Ressourcentheorie und der Transaktionskostenanalyse zählt die Prinzipal-Agent-Theorie zu den Theorieansätzen, die in der Wirtschaftswissenschaft am häufigsten genutzt werden, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu analysieren und zu erklären. Zunehmend hat sich diese Theorie jedoch auch in Politikwissenschaft und Soziologie etabliert.

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