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26. Februar 2024 | von Anika Rosche

9 in 14 statt Viertagewoche

Mittlerweile ist die Viertagewoche seit geraumer Zeit in Diskussion. Die Zurückhaltung in der deutschen Wirtschaft ist groß, die Bedenken immens. In einigen Ländern gibt und gab es Modellprojekte, die durchaus vielversprechend positive Ergebnisse liefern. Als größter Nachteil der Viertagewoche wird die dadurch stark verlängerte Tagesarbeitszeit gesehen, die sich negativ auf die Work-Life-Balance auswirkt. Zudem mangelt es in diesem Modell an Flexibilität was die vier Arbeitstage angeht – früher gehen oder später starten sind in der Regel nicht möglich. Abhilfe für diese Nachteile schafft derzeit nur das 100-80-100-Modell, bei dem für 100% Bezahlung lediglich 80% Arbeitszeit geleistet, aber dennoch 100% Leistung erbracht werden.Nicht zu lösende Herausforderung in den meisten Jobs ist bei diesem Modell die dafür erforderliche Produktivitätssteigerung, welche insbesondere im Blue Collar Bereich nicht denkbar ist.

Das Modell 9 in 14 oder der 4,5 Tage-Woche ist ein Gegenentwurf dazu. Bei diesem Modell wird jede zweite Woche an 4 Tagen, in den anderen Wochen an 5 Tagen pro Woche gearbeitet. Um die Erreichbarkeit für Kunden zu gewährleisten ist denkbar, dass die Belegschaft in zwei Gruppen geteilt wird, die sich jeweils in unterschiedlichen Arbeitswochen befinden, sodass gegenüber den Kunden eine Erreichbarkeit an 5 Tagen gewährleistet ist, die Hälfte der Belegschaft aber dennoch einen Tag frei hat. Vorteil bei diesem Modell ist, dass die durchschnittliche Tagesarbeitszeit nur moderat zunimmt. Zudem ist eine gewisse individuelle Flexibilität möglich, was den Arbeitszeitbeginn und -ende angeht. Der feste freie Tag bietet bei Arbeitsüberhang die Möglichkeit, freiwillige Mehrarbeit zu leisten, was dem Arbeitgeber Entlastung schafft und dem Mitarbeitenden eine zusätzliche Verdienstquelle erschließt. Natürlich ist bei diesem Modell der Zugewinn an Freizeit geringer als bei der Viertagewoche, dennoch gleicht dieses zahlreiche Nachteile der Viertagewoche aus.

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Anika Rosche
Anika Rosche hat Medienwirtschaft studiert, eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert sowie Zertifzierungen als Personal- und Projektmanagerin abgeschlossen. Sie ist Geprüfte Personalmanagerin (DAM) und arbeitet als HR Director Holding.
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