Logo ManagementJournal
12. Oktober 2023 | von Anika Rosche

Bindung von Mitarbeitenden in Zeiten von mobilem und hybridem Arbeiten

Nahezu alle Unternehmen, bei denen dies aufgrund ihres Geschäftsmodells möglich ist, bieten mittlerweile mobiles und hybrides Arbeiten an. Doch wie können Unternehmen und Führungskräfte unter diesen Umständen den Teamzusammenhalt und die Unternehmenskultur erhalten? Eine wichtige und umfassende Fragestellung, mit der sich das Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner in einer aktuellen Studie beschäftigt hat. Eine Bindung zum Unternehmen konnte der Studie zufolge lediglich ein Viertel der befragten Remote-Arbeiter bestätigen. Der Rückschluss, dass eine Anwesenheitspflicht im Büro der Schlüssel zum Erhalt der Unternehmenskultur ist, konnte bereits durch zahlreiche Praxisfälle wie beispielsweise Tesla widerlegt werden. Die Studie belegt sogar, dass Anwesenheitspflichten die Verbundenheit eher senken als erhöhen.

Was ist also zu tun? Letztlich ist hybrides Arbeiten eine Chance für Unternehmen, ihre Unternehmenskultur zu stärken. Interessante Erkenntnis der Studie war unter anderem, dass sich besonders Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine besonders hohe Flexibilität hinsichtlich ihres Arbeitsortes haben, mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Vorgaben in dieser Hinsicht haben einen gegenteiligen Effekt. Die Bindung ans Unternehmen hat massive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – sie sind laut der Studie bis zu 37 Prozent leistungsfähiger und bleiben dem Unternehmen länger erhalten (Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent). Somit sollte der Wechselwille zu anderen und weniger starren Unternehmen nicht unterschätzt werden.

Es wurden drei Strategien identifiziert, mittels derer ein höheres Zugehörigkeitsgefühl auch in einer hybriden Arbeitswelt erzielt werden kann:

  • Die Arbeit an sich – und nicht die physische Anwesenheit im Büro – gestaltet die Kultur: Arbeitsabläufe sollten mit der Unternehmenskultur im Einklang stehen und der Wert von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollte sich an deren Leistung und nicht ihrer Anwesenheit im Büro bemessen
  • Emotionale statt physischer Nähe sind entscheidend: Arbeitgeber sollten die emotionale Nähe ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, wenn persönliche Treffen seltener sind, wird ihnen ein deutlich höherer Wert beigemessen – also wählen Sie die Teilnehmenden mit Bedacht aus, sodass jede Person vor Ort einen wertvollen Beitrag leisten kann
  • Dezentrale Führung statt unternehmensweiter Initiativen: vom Unternehmen gibt es eine grundsätzliche Richtung, doch der Weg zur Zielerreichung wird im Mikrokosmos ausgearbeitet

Lesen Sie mehr dazu im Manager-Magazin und schauen Sie in die erwähnte Studie.

Anika Rosche
Anika Rosche hat Medienwirtschaft studiert, eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert sowie Zertifzierungen als Personal- und Projektmanagerin abgeschlossen. Sie ist Geprüfte Personalmanagerin (DAM) und arbeitet heute als Projekt Manager People & Culture bei einem Medienkonzern (TV).
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner