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14. Dezember 2023 | von Anika Rosche

Chancen und Herausforderungen der Viertagewoche

Wie stehen Sie und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihres Unternehmens zu der Viertagewoche? Nach dem Hype um Homeoffice ist die Viertagewoche der nächste vieldiskutierte Trend. Doch was hat es damit auf sich und wie sehen die Chancen und Herausforderungen aus?

Zunächst einmal hängt dies von der Definition der Viertagewoche ab. Gemeinhin befürworten Mitarbeitende eine Reduzierung oder Flexibilisierung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt. Die Vorteile sind deutlich erkennbar:

  • Mitarbeitenden, die weniger Stunden arbeiten, wird eine höhere Produktivität nachgesagt. Dies ist natürlich abhängig von der Tätigkeit.
  • Die Attraktivität des Arbeitgebers steigt, was in Zeiten des Fachkräftemangels ein Plus im Recruiting sein kann.
  • Je nach angebotenem Modell kann die Viertagewoche positive Auswirkungen auf die Belastung und das Stresslevel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Mit reduziertem Stresslevel kann ebenfalls ein höherer Innovationsgrad einhergehen.

Die Ausprägung der Vorteile hängt stark vom angebotenen Modell der Viertagewoche ab. Es gibt verschiedene Ausprägungen, u. a.:

  • Die Wochenarbeitszeit wird verkürzt und der Lohn bleibt gleich solange die Produktivität beibehalten wird.
  • Die Wochenarbeitszeit bleibt gleich, verteilt sich jedoch auf vier statt fünf Tage.
  • Verkürzung der Wochenarbeitszeit unter Anpassung der Vergütung

Anhand der unterschiedlichen Modelle zeigt sich, dass nicht alle Vorteile bei jedem der Modelle einschlägig sind. Es gibt einige Herausforderungen, die vor Einführung der Viertagewoche aus Unternehmenssicht zu beachten sind:

  • Verkürzt sich die Arbeitszeit bei gleichbleibenden Aufgaben, kann dies zu vermehrtem Stress führen, sofern keine Produktivitätssteigerungen aufgrund der Art der Tätigkeit möglich sind.
  • Je mehr Flexibilität die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten, desto höher wird der Koordinationsaufwand vonseiten des Unternehmens.
  • Wenn nicht allen Mitarbeitenden in einem Unternehmen aufgrund der Art ihrer Tätigkeit eine Viertagewoche angeboten werden kann, kann dies zu Gerechtigkeitsdebatten führen.
  • Auch Einbußen bei der Produktion oder vermehrte Personalkosten können entstehen, sollten Produktivitätssteigerungen nicht möglich sein. So müssen ggf. weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt werden. Auch das Abfangen von Auftragsspitzen oder personellen Engpässen wird herausfordernder.

Insgesamt bietet die Viertagewoche zahlreiche Chancen sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Dennoch sind einige Punkte zu beachten. Egal für welches Modell sich entschieden wird, es muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass die geltenden Gesetze, z. B. hinsichtlich Arbeitszeiten, Pausen- und Ruhezeiten eingehalten werden.

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Anika Rosche
Anika Rosche hat Medienwirtschaft studiert, eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert sowie Zertifzierungen als Personal- und Projektmanagerin abgeschlossen. Sie ist Geprüfte Personalmanagerin (DAM) und arbeitet heute als Projekt Manager People & Culture bei einem Medienkonzern (TV).
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