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22. Dezember 2022 | von Elmar Stein

Das Cafeteria System bei Entgeltzahlungen

In immer mehr Unternehmen und in immer mehr Positionen wird nicht nur ein Grundgehalt, sondern darüber hinaus auch Bonuszahlungen angeboten. Oftmals sind diese leistungsabhängig und orientieren sich am Erfolg des Unternehmens und an der individuellen Leistung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters. Möglich ist auch, dass es teambezogene Bonuszahlungen gibt. In einigen Fällen werden auch Mischformen oder sogar alle Kategorien gleichzeitig angeboten. Einige Unternehmen laden ihre besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder eben solche, die eine besondere Leistung erbracht haben auch zu speziellen Unternehmensevents ein – und zwar zusätzlich zu den Bonuszahlungen. Für Unternehmen und auch für die eingeladenen Mitarbeitenden ist dies nochmals eine persönliche Note und Anerkennung, die zusätzlich zu der Bonuszahlung auch wahrgenommen wird. Es muss nicht immer eine Überweisung sein. Unternehmen können sich auch andere Dinge überlegen, wie Mitarbeitende ihre Bonuszahlungen individueller gestalten können. Beispielsweise kann Mitarbeitenden eine Art Cafeteria System der Bonuszahlungen angeboten werden. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Mitarbeitende können hierzu auch Vorschläge einbringen. Beispiele sind: eine Jahreskarte fürs örtliche Schwimmbad, der Besuch eines Freizeitparkes für die ganze Familie, ein E-Bike, eine Fahrt im Rennwagen oder was Ihnen noch so einfällt.

Die Idee hinter diesem Ansatz ist, dass Mitarbeitende sich durch Leistung und bzw. oder Überstunden eine Bonuszahlung erarbeiten und sich einen individuellen Wunsch erfüllen, wenn sie den Betrag erreicht haben. Weiterhin besteht für das Unternehmen die Möglichkeit, die „Prämien“ zu bezuschussen. Je nach Größe des Unternehmens und der Auswahlmöglichkeiten der Mitarbeitenden besteht für Unternehmen auch die Chance mit den Anbietern der „Prämien“ spezielle Preise zu vereinbaren. Hierdurch wäre es Mitarbeitenden möglich, vergünstigt an individuelle Wünsche zu kommen. Oftmals bietet dies für Mitarbeitende einen besonderen Anreiz. Ihre Leistung wird nicht nur durch die Bezahlung von Geld gewürdigt, sondern sie werden auch individuell entlohnt. Mitarbeitende haben zudem den Anreiz sich über den fixen Gehaltsanteil hinaus individuelle Wünsche zu erfüllen auf die sie sich möglicherweise schon lange freuen und aufgrund des Bonuscharakters als netten Zusatz sehen.

Zudem gibt es auch für das Unternehmen mehrere Vorteile. Zunächst steigt die Attraktivität als Arbeitgeber und die Motivation der Angestellten kann deutlich steigen. Mitarbeitende können sich gegenseitig zu höheren Leistungen „anstacheln“, wenn sie von Kolleginnen und Kollegen erfahren, dass und wie diese sich im Cafeteria System „bedient“ haben. Kommt ein Kollege oder eine Kollegin mit dem neuen E-Bike zur Arbeit, dann kann es auch für einen selbst interessant sein, sich durch Leistung und bzw. oder Überstunden ein E-Bike zu verdienen. Auch das Unternehmen kann durch einfache Möglichkeiten die Mitarbeitenden zu einer höheren Leistung oder auch zu Überstunden motivieren. Eine einfache Möglichkeit besteht beispielsweise durch ein individuelles Dashboard. Hier können Mitarbeitende sich im Cafeteria System bereits im Vorfeld eine „Prämie“ aussuchen und auf diese hinarbeiten. Beispielsweise kann in einer Balkenform, in einem Kreisdiagramm oder aber in einer Prozentangabe dargestellt werden, wie weit die „Prämie“ noch entfernt ist bzw. wie viel der Prämie schon erreicht wurde. Dies führt Mitarbeitenden den Fortschritt nochmals vor Augen und ermutigt sie sich der „Prämie“ konstant anzunähern.

Trotz der dargestellten Vorteile für Mitarbeitende und Unternehmen sollte auch eine Auszahlung in Form von Geld möglich sein. Nicht für jede Mitarbeiterin bzw. für jeden Mitarbeiter kann auch durch ein großes Cafeteria System sichergestellt werden, dass die richtigen Angebote enthalten sind. Auch sollten Unternehmen anbieten zumindest einen Teil der Bonuszahlungen auch zu spenden.

Elmar Stein
Elmar Stein promoviert derzeit im Bereich systemisch-strategisches Personalmanagement. Er hat einen amerikanischen Master in Human Resource Management (mit Schwerpunkt Organisationsstrategie) und ist Gymnasiallehrer (für Englisch und Politikwissenschaften). Er ist Absolvent der DAM im Lehrgang Geprüfte/r Personalmanager/in.
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