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12. Januar 2023 | von Elmar Stein

Der Business Plan als Arbeitsgrundlage des Unternehmens

Pläne gehören zum Leben und wir alle nehmen uns Dinge für einen bestimmten Zeitraum vor. In dieser Planung machen wir uns darüber Gedanken, was wir verändern und bzw. oder erreichen möchten. Oftmals denken wir auch (konkret) darüber nach, wie wir diese Ziele erreichen wollen und was dafür notwendig ist. Aus persönlicher Erfahrung wissen Sie bestimmt auch, dass es Pläne gibt, in denen Sie sich zu viel für eine kurze Zeit vornehmen. Oftmals erkennt man dies daran, dass sich nach und nach herauskristallisiert, dass das Ziel nicht zu erreichen ist. Klassischerweise sind dafür zwei Gründe verantwortlich, die auch zusammen auftreten können. Erstens: eine Zielformulierung, die viel zu optimistisch ist und eine unrealistische Annahme, die oftmals im Bereich des persönlich angestrebten Engagements begründet liegt. Diese ist meistens auch der Grund dafür, dass das angestrebte Ziel nicht erreicht wird bzw. erreicht werden kann. Zweitens: eine schlechte Planung. Diese ist oftmals nicht ausreichend und bzw. oder berücksichtigt nicht alle notwendigen Aspekte, die erforderlich sind um das Ziel im gesteckten zeitlichen Rahmen zu erreichen. Auch dieser Grund führt letztendlich dazu, dass das Ziel verfehlt wird und es schlimmstenfalls aufgegeben wird.

Die Planung für Unternehmen ist der Business Plan. Dieser wird jährlich oder wenn es um den strategischen Bereich geht, für einen Zeitraum von 2 bis 5 bzw. maximal 10 Jahre erstellt. Hier müssen die Verantwortlichen – wie im Privatleben auch – auf die beiden genannten Ursachen des Scheiterns achten und somit eine detaillierte und realistische Planung erreichen. Erforderlich hierfür ist, dass sich die Verantwortlichen zunächst darüber bewusst werden, welche Unternehmensbereiche in die Planung mit einbezogen werden müssen und wie diese zusammenhängen. Anschließend muss analysiert werden, wie der aktuelle Stand in den relevanten Bereichen ist. Anders ausgedrückt müssen die Verantwortlichen die aktuelle Ist-Situation analysieren. Zudem müssen die Verantwortlichen eine SWOT-Analyse durchführen. Dieses Akronym steht für die Bereich strengths (Stärken), weaknesses (Schwächen), opportunities (Möglichkeiten / Chancen) und threats (Gefahren). Anhand dieser Analyse kann herausgefunden werden, in welchen Bereichen Aktivitäten geplant und Fortschritte erzielt werden müssen. Wichtig zu beachten ist, dass eine realistische Planung erfolgt. Aus der Planung sollte hervorgehen, dass es eine ambitionierte aber realistische Planung ist, die eine hohe Umsetzungswahrscheinlichkeit hat. Hierbei sollten klare zeitliche Perioden integriert werden um am Ende einer jeden den Fortschritt zu erfassen und um vergleichen zu können, ob die geplanten Fortschritte auch erreicht wurden. Ist dies nicht der Fall müssen Anpassungen vorgenommen werden. Besonders beachtet werden sollte auch, dass Interdependenzen und damit die Abhängigkeiten im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden. Beispielsweise muss bedacht werden ob Fortschritte und Entwicklungen in einem Bereich auch, und wenn ja welche, Erfordernisse und Auswirkungen in anderen Bereichen bedingen. Im Idealfall ist die Planung so abgestimmt, dass Synergieeffekte entstehen, welche wiederum einen positiven Einfluss auf das letztendlich erzielte Ergebnis haben. Hierzu bedarf es in vielen Fällen einer ausführlichen Analyse und vor allem einer engen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen und Verantwortlichen.

Zusätzlich muss bei der Planung berücksichtigt werden, dass Prioritäten zu setzen sind. Nach der SWOT-Analyse ist zu bestimmen, welche Bereiche zuerst anzugehen sind. Dies kann, je nach Situation des Unternehmens und des Marktes, auf dem das Unternehmen tätig ist, unterschiedlich sein. Beispielsweise ist eine Priorität der Stärkenverbesserung notwendig; es kann aber auch sein, dass eine Reduktion der Schwächen bevorzugt werden sollte. Möglich ist allerdings auch die Fokussierung der Nutzung der Möglichkeiten oder aber auch der Gefahrenabwehr. Ratsam ist aber oftmals nicht nur Aktivitäten in einem der vier Bereiche vorzunehmen. Vor allem die Fokussierung auf den Bereich der Gefahrenabwehr birgt das Risiko in der nächsten Periode nur mehr Schwächen ausgesetzt zu sein. Klassischerweise können bei einem solchen Vorgehen die Stärken nicht weiterentwickelt werden und damit ein Kernpunkt eines Unternehmens leiden. Zu Bedenken ist, dass eine Reduktion der Stärken oftmals zu einer Schwächung am Markt führt, sofern ausreichend Konkurrenz vorhanden ist.

Bei der Erstellung des Business Plans sollten Sie dem Zitat von Adolf  Loos folgen: „Der Erfolg kommt nur über die Brücke der Planung zu dir.“

Elmar Stein
Elmar Stein promoviert derzeit im Bereich systemisch-strategisches Personalmanagement. Er hat einen amerikanischen Master in Human Resource Management (mit Schwerpunkt Organisationsstrategie) und ist Gymnasiallehrer (für Englisch und Politikwissenschaften). Er ist Absolvent der DAM im Lehrgang Geprüfte/r Personalmanager/in.
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