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21. Juli 2022 | von Anika Rosche

Empowerment durch solidarisches Netzwerken

Netzwerken ist elementar – diese Aussage ist gemeinhin bekannt. Doch würden Sie von sich behaupten, das Sie Ihr Netzwerk stets aktiv ausbauen und pflegen? Zugegebenermaßen sind es wohl die wenigsten, die dies bejahen können. In der Regel fängt man mit dem Netzwerken (wieder) an, wenn es eigentlich schon zu spät ist – nämlich dann, wenn der Input des Netzwerkes bereits benötigt wird. Nicht selten ist dann der erste Schritt, sich das benötigte Netzwerk erst aufbauen zu müssen. Dies zieht natürlich entsprechende Verzögerungen bei der Lösungsfindung nach sich.

Für viele mag die Pandemie auch ein Grund (oder eine Ausrede) gewesen sein, weil Netzwerktreffen wie zuvor nicht mehr stattfinden konnte. Der persönliche Kontakt zu anderen wurde gezwungenermaßen reduziert. Doch ist das tatsächlich so? Im Grunde genommen hat die Pandemie in Sachen Netzwerken Tür und Tor geöffnet – der Betrachtugnswinkel ist nur ein anderer. Es haben sich eine Vielzahl neuer Formate gefunden, die nun virtuell abgebildet werden. Auch räumliche Distanzen spielen nun keine Rolle mehr. Möglicherweise ist es durch die Pandemie sogar leichter geworden, in gewisse Runden und Kreise aufgenommen zu werden, die zuvor nur einem begrenzten Teilnehmer(innen)kreis offenstanden.

Ist der erste Schritt einmal getan und ein (virtuelles) Treffen mit potenziellen neuen Netzwerkpartner(inne)n vereinbart, stellt sich eine weitere Frage: mit welchem Ziel und Mindset gehe ich in diese Netzwerktreffen hinein? Rein egoistische Antriebe, um das eigene Fortkommen zu befeuern sind an dieser Stelle fehl am Platz. Vielmehr geht es darum, sich gegenseitig zu stärken – Empowerment und ein solidarisches Miteinander sind der Schlüssel zu positiven Veränderungen in der Arbeitswelt. Wissen – vor allem das informelle – ist im Berufsleben immer noch einer der Schlüsselfaktoren, um aufzusteigen. Um dieses Wissen zu erlangen, sind Kontakte und Menschen, die dieses gewillt sind weiterzugeben, entscheidend. Beim solidarischen Netzwerken sollten alle daran interessiert sein, zu geben. Vieles, das dem einen selbstverständlich erscheint, ist für jemand anderen eine wahre Goldgrube. Auch der eigene, bereits erlangte Status ist ein Privileg, das andere vielleicht noch erreichen müssen und an dem Sie andere teilhaben lassen können, um ihnen den beruflichen Weg zu ebnen. Wenn Sie jemanden, eine Handlung, einen Vortrag oder etwas anderes bewundern und toll finden, kommunizieren Sie es. Wertschätzung ist ein Schlüsselfaktor für Beziehungen. Setzen Sie ihn ein und geben sie anderen etwas zurück.

Zu beginnen ist meist am schwersten auf dem ganzen Weg. Wenn Sie sich nun fragen sollten, wo und wie sie am besten starten können, stellen Sie sich diese Fragen: womit hätte mir jemand am Anfang meiner Karriere weitergeholfen? Wen oder was hätte ich mir in schwierigen Situationen an meiner Seite gewünscht? Möglicherweise können Sie der- oder diejenige für jemand anderen sein. Legen Sie los und machen Sie einen Unterschied!

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Anika Rosche
Anika Rosche hat Medienwirtschaft studiert, eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert sowie Zertifzierungen als Personal- und Projektmanagerin abgeschlossen. Sie ist Geprüfte Personalmanagerin (DAM) und arbeitet heute als Projekt Manager People & Culture bei einem Medienkonzern (TV).
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