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8. August 2023 | von Dr. Manuela Fabro

Gute Lernkultur – guter Lerntransfer

Wie lässt sich der Transfer von neuem Wissen aus einer Weiterbildung besser in der Praxis anwenden? Dieser wichtigen Frage gehen wir immer wieder aufs Neue nach. Heute steht die Rolle der Lernkultur im Vordergrund.

Manchmal sind empirische Zusammenhänge irgendwie einleuchtend. Trotzdem ist es gut, wenn man sie auch tatsächlich im Rahmen von wissenschaftlichen Studien untersucht. So etwa in der Studie von Gil et al. (2021). Diese untersucht den Einfluss der Lernkultur auf die Umsetzung von erworbenen Fähigkeiten bei spanischen Lehrern. Das Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob eine positive Lernkultur und Unterstützung durch Vorgesetzte die Übertragung von erlernten Fähigkeiten in die Praxis verbessern können.

Die Studie verwendete eine Umfrage unter 351 spanischen Lehrern, um die Auswirkungen der Lernkultur auf die Umsetzung von erworbenen Fähigkeiten zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass eine positive Lernkultur dazu beitragen kann, das Engagement der Teilnehmer zu erhöhen und die Umsetzung des Gelernten zu fördern. Insbesondere zeigte sich, dass Unterstützung durch Vorgesetzte, Peer-Feedback und Möglichkeiten zur praktischen Anwendung des Gelernten positive Auswirkungen auf die Umsetzung von erworbenen Fähigkeiten hatten.

Die Ergebnisse der Studie haben wichtige praktische Implikationen für Unternehmen und Organisationen, die in Führungskräfteentwicklungsprogramme investieren. Eine positive Lernkultur und Unterstützung durch Vorgesetzte können dazu beitragen, dass Führungskräfte das Gelernte in der Praxis effektiver umsetzen und somit den Erfolg von Führungskräfteentwicklungsprogrammen steigern können. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass ihre Lernkultur positiv ausgerichtet ist und dass Führungskräfte ausreichend Unterstützung erhalten, um das Gelernte erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass eine positive Lernkultur und Unterstützung durch Vorgesetzte dazu beitragen können, dass erlernte Fähigkeiten in der Praxis effektiver umgesetzt werden. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass ihre Lernkultur positiv ausgerichtet ist und dass Führungskräfte ausreichend Unterstützung erhalten, um das Gelernte erfolgreich in der Praxis anzuwenden.

Eine positive Lernkultur kann auf verschiedene Weise implementiert werden, wie z.B.:

  • Schaffen einer offenen und unterstützenden Lernumgebung: Eine Umgebung, in der Lernen als positiv angesehen wird und in der Lernende sich sicher und unterstützt fühlen, kann die positive Lernkultur fördern.
  • Raum für Experimentieren: Mitarbeitende sollten Neues ausprobieren können, auch wenn das Risiko besteht, dass es nicht funktioniert.
  • Einbeziehung von Peer-Feedback: Die Möglichkeit, Feedback von Kollegen oder anderen Lernenden zu erhalten, kann dazu beitragen, dass sich Lernende unterstützt fühlen und ihr Verständnis vertiefen.
  • Bereitstellung von praktischen Übungsmöglichkeiten: Die Möglichkeit, das Gelernte in der Praxis anzuwenden und zu üben, kann dazu beitragen, dass Lernende das Gelernte besser verinnerlichen und in der Praxis effektiver umsetzen können.
  • Unterstützung durch Vorgesetzte: Die Unterstützung und das Engagement von Vorgesetzten können die positive Lernkultur fördern, indem sie den Wert des Lernens betonen und den Lernprozess aktiv unterstützen.

Quelle: Gil, A. J., García-Alcaraz, J. L., & Mataveli, M. (2021). The effect of learning culture on training transfer: empirical evidence in Spanish teachers. The International Journal of Human Resource Management, 32(5), 1038-1061. https://doi.org/10.1080/09585192.2018.1505763

Dr. Manuela Fabro
Dr. Manuela Fabro ist Geschäftsführende Co-Direktorin der DAM. Sie ist promovierte Geisteswissenschaftlerin und blickt auf langjährige Berufserfahrungen in den Bereichen Bildung und Marketing zurück. Zuletzt war sie in New York City für Fernschulen als Program Manager und Dozentin tätig. Sie studierte an der FU Berlin und der TU Berlin Wirtschaftswissenschaften, Philosophie, Neuere Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft. Mit den Schwerpunkten „Digitalisierung“, „lebenslanges Lernen“ und „Beschleunigungstheorien“ trifft sie bei der DAM auf großes Weiterentwicklungspotenzial.
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