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12. Juni 2023 | von Prof. Dr. Dr. Victor Tiberius

Karriereoptimismus: Voraussetzungen und Folgen

Die Überzeugung, dass die berufliche Karriere einen guten Verlauf nehmen wird, ist für das Wohlbefinden von großem Vorteil. In diesem Beitrag erfahren Sie insbesondere, was die Voraussetzungen für diesen Optimismus sind.

Karriereoptimismus ist die persönliche Einstellung darüber, dass die berufliche Zukunft erfolgreich und vorteilhaft ist. In der Psychologie wird noch darüber gestritten, ob es sich eher um eine momentane Stimmung oder eine überdauernde Persönlichkeitseigenschaft handelt. Einiges spricht dafür, dass Erstgenanntes der Fall ist, denn der Karriereoptimismus ist eine von außen beeinflussbare und keine unveränderliche Größe.

Wenn Karriereoptimusmus von außen beeinflussbar ist, dann stellt sich die Frage: Wovon? Dieser Frage sind mehrere Wissenschaftler aus China und den USA in einer Metaanalyse nachgegangen. Dabei haben sie u. a. folgende signifikante Einflussfaktoren gefunden:

  • Karrierebezogene Anpassungsfähigkeit
  • Karrierespezifisches Wissen
  • Selbstwirksamkeit in Bezug auf Karriereentscheidungen
  • Soziale Unterstützung
  • Gute Schulnoten

Außerdem haben sich die Autoren gefragt, was eigentlich die Folgen von Karriereoptimismus sind. Ihre Antworten lauten:

  • Zufriedenheit mit den schulisch-akademischen Leistungen
  • Zufriedenheit mit der Berufswahl und der bisherigen Karriere
  • Karrierebezogene Entschlossenheit
  • Geringere Neigung zu Depersonalisierung (das Gefühl „neben sich zu stehen“)
  • Geringere Neigung zur emotionalen Erschöpfung

Die Folgen sind so positiv, dass es sich lohnt, über sein eigenes Ausmaß an Karriereoptimismus oder Karrierepessimismus nachzudenken.

Was sollten Sie also tun?

Sie sollten wissen, was Sie beruflich wollen. Die berühmte Frage: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ sollten Sie sich tatsächlich stellen – vielleicht sogar auf längere Sicht bis zu Ihrem Ruhestand. Sie sollten davon überzeugt sein, dass Sie Ihre Karriereziele erreichen und gute Karriereentscheidungen treffen können. Sie sollten trotzdem flexibel bleiben. Oft ergeben sich unerwartete Chancen. In diesem Fall macht es keinen Sinn, starr an seinem Plan festzuhalten, wenn die neue Möglichkeit sogar noch besser ist.

Quelle: Lin, X., Luan, Y., Zhao, K., Zhao, T., & Zhao, G. (2022). The antecedents and outcomes of career optimism: a meta-analysis. Career Development International, 27(4), 409-432. https://doi.org/10.1108/CDI-01-2022-0023

Prof. Dr. Dr. Victor Tiberius
Victor Tiberius ist Geschäftsführender Co-Direktor der Deutschen Akademie für Management. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik und wurde in Wirtschaftswissenschaften sowie in Pädagogik promoviert. Ein Aufbaustudium in Entrepreneurship und Innovationsmanagement schloss er mit dem MBA ab. Er absolvierte darüber hinaus Executive Education-Programme an der Columbia Business School, der London School of Economics and Political Sciences, dem INSEAD, der Saïd Business School an der University of Oxford und der Sloan School of Management am MIT. Neben seiner Tätigkeit an der DAM lehrt und forscht er als Honorarprofessor für Strategie und Entrepreneurship an der Universität Potsdam. Er war zudem drei Jahre lang Lehrbeauftragter an der ESCP Europe. Seine Forschungsergebnisse wurden in zahlreichen angesehenen wissenschaftlichen Journals veröffentlicht. Er ist im Ranking der World’s Top 2% Scientists der Stanford University für 2022 sowie im AD Scientific Index 2024 unter den Top 20 der Strategieforscher in Deutschland gelistet. Tiberius war zudem zehn Jahre lang als Handelsrichter am Landgericht Berlin sowie fünf Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg tätig.
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