Logo ManagementJournal
25. Februar 2026 | von Anika Rosche

Kein Employer Branding Erfolg mehr ohne KI

Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels nutzen viele Unternehmen das Potenzial von KI im Employer Branding nicht ausreichend. Eine Studie von index Research im Rahmen des Recruiting Reports 2024 zeigt, dass 41 Prozent der befragten Unternehmen angeben, es fehle ihnen an Zeit, um sich strategisch mit dem Thema Employer Branding zu beschäftigen. Zudem beklagen 35 Prozent einen Mangel an qualifiziertem Personal, um eine attraktive Arbeitgebermarke zu etablieren.

Malte Fischer, Executive Strategy Director für Employer Branding bei Scholz & Friends, bezeichnet Employer Branding als „Königsdisziplin“ im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Er betont, dass es mehr sein müsse als nur eine bunte Kampagne. Die langfristige Bindung von Mitarbeitenden sei ebenso entscheidend wie die Gewinnung neuer Fachkräfte. Unternehmen sollten ihre Vorzüge und Werte klar kommunizieren, um für Bewerberinnen und Bewerber attraktiv zu sein.

Obwohl KI das Employer Branding erheblich erleichtern könnte, spielt sie in der Praxis bisher eine untergeordnete Rolle. Nur 34 Prozent der von index Research befragten Personalverantwortlichen sehen in KI eine wesentliche Erleichterung ihrer Arbeit. In der Praxis wird KI hauptsächlich zur Optimierung von Stellenanzeigen eingesetzt, und selbst das nur bei 17 Prozent der befragten Unternehmen.

Andreas Gross, Topic Lead Employer Branding beim Beratungsunternehmen Farner, betont die Notwendigkeit, sich mit KI im Employer Branding auseinanderzusetzen. Er weist darauf hin, dass Unternehmen zunächst eine klare Haltung gegenüber KI entwickeln und deren Einsatzbereiche definieren sollten. Dabei sei es wichtig, den ethischen Einsatz von KI sicherzustellen und transparente sowie faire Praktiken zu fördern.

Auch Marcus Merheim, Gründer und Geschäftsführer von hooman Employer Marketing, sieht großes Potenzial im Einsatz von KI-Tools bei der Content-Erstellung im Employer Branding. Er argumentiert, dass Unternehmen durch den Einsatz von KI Zeit und Ressourcen sparen können, indem sie Inhalte gezielt optimieren und eine ansprechende sowie authentische Darstellung ihrer Arbeitgebermarke gewährleisten.

Es zeigt sich, dass es zunehmend notwendiger wird, KI als integralen Bestandteil des Employer Brandings zu betrachten. Angesichts des Fachkräftemangels und der begrenzten Ressourcen in vielen Unternehmen bietet der Einsatz von KI-Tools eine Chance, Prozesse effizienter zu gestalten und die Arbeitgebermarke strategisch zu stärken. Es ist entscheidend, dass Unternehmen eine klare Haltung gegenüber KI entwickeln, deren Einsatzbereiche definieren und ethische sowie transparente Praktiken sicherstellen. Nur so kann das volle Potenzial von KI im Employer Branding ausgeschöpft werden.

Lesen Sie mehr:
https://www.personalwirtschaft.de/news/recruiting/employer-branding-ohne-ki-geht-nichts-mehr-180210/

Abb. 2 KI, Quelle: Pixabay, freie kommerzielle Nutzung, kein Bildnachweis erforderlich

Anika Rosche
Anika Rosche hat Medienwirtschaft studiert, eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert sowie Zertifzierungen als Personal- und Projektmanagerin abgeschlossen. Sie ist Geprüfte Personalmanagerin (DAM) und arbeitet als HR Director Holding.
Consent Management Platform von Real Cookie Banner