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22. März 2023 | von Prof. Dr. Dr. Victor Tiberius

Lohnt sich Führungskräfteentwicklung?

Manchmal lohnt es sich, sehr grundlegende Fragen zu stellen. Das haben Day und Dragoni (2015) getan: Lohnt sich Führungskräfteentwicklung? In diesem Beitrag erfahren Sie die Antwort.

Das Papier der beiden australischen Forscher untersucht den Erfolg von Führungskräfteentwicklungsprogrammen und deren Einfluss auf die Leistung von Führungskräften und Unternehmen. Die Autoren haben zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Studien ausgewertet, um zu untersuchen, ob und wie Führungskräfteentwicklungsprogramme positive Auswirkungen auf Führungskräfte und Organisationen haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass solche Programme zu verbesserten Führungsqualitäten, höherer Mitarbeiterzufriedenheit und besserer Leistung der Organisationen führen. Insbesondere können Führungskräfteentwicklungsprogramme die individuellen Kompetenzen von Führungskräften verbessern, indem sie beispielsweise ihre Fähigkeit zur Kommunikation, zum Delegieren von Aufgaben, zur Problemlösung und zum Umgang mit Konflikten stärken. Dies kann wiederum zu einer besseren Zusammenarbeit und einem besseren Arbeitsklima führen, was letztendlich zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation führen kann. Darüber hinaus können gut ausgebildete Führungskräfte auch die Produktivität und Rentabilität von Organisationen steigern.

Die Autoren betonen dabei, dass gerade maßgeschneiderte Trainingsansätze, die auf individuelle Bedürfnisse und Kompetenzen abgestimmt sind, besonders wirksam sind, um positive Ergebnisse in der Führungskräfteentwicklung zu erzielen. Diese individuellen Ansätze sollten die Stärken und Schwächen von Führungskräften berücksichtigen, um effektivere Lernergebnisse zu erzielen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Feedback. Regelmäßiges Feedback und die Möglichkeit zur Selbstreflexion sind entscheidend für das persönliche Wachstum und die Entwicklung von Führungskompetenzen. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass ihre Führungskräfte regelmäßig Feedback erhalten und die Möglichkeit haben, ihre Führungsqualitäten zu reflektieren und zu verbessern.

Insgesamt zeigt die Studie, dass Führungskräfteentwicklungsprogramme einen bedeutenden positiven Einfluss auf Organisationen haben können. Unternehmen sollten daher in solche Programme investieren, um sicherzustellen, dass ihre Führungskräfte mit den notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen ausgestattet sind, um effektiv zu führen und die Organisation erfolgreich zu machen.

Für die DAM sind diese Erkenntnisse erfreulich, da sie die Richtigkeit unseres Lehransatzes bestätigt. So spielt das maßgeschneiderte Curriculum durch Wahlmodule bei der DAM seit ihrer Gründung eine zentrale Rolle. Und auch Feedback ist ein zentrales Merkmal der DAM-Lehrgänge. Anders als in E-Learning-Programmen, die nur ein „Richtig“ oder „Falsch“ kennen, erhalten die Teilnehmenden für Ihre Assignments konstruktives Feedback. Weiterer Austausch ist in den fakultativen Online-Seminaren möglich.

Quelle: Day, D. V., & Dragoni, L. (2015). Leadership development: An outcome-oriented review based on time and levels of analyses. Annual Review of Organizational Psychology and Organizational Behavior2(1), 133-156. https://doi.org/10.1146/annurev-orgpsych-032414-111328

Prof. Dr. Dr. Victor Tiberius
Victor Tiberius ist Geschäftsführender Co-Direktor der Deutschen Akademie für Management. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik und wurde in Wirtschaftswissenschaften sowie in Pädagogik promoviert. Ein Aufbaustudium in Entrepreneurship und Innovationsmanagement schloss er mit dem MBA ab. Er absolvierte darüber hinaus Executive Education-Programme an der Columbia Business School, der London School of Economics and Political Sciences, dem INSEAD, der Saïd Business School an der University of Oxford und der Sloan School of Management am MIT. Neben seiner Tätigkeit an der DAM lehrt und forscht er als Honorarprofessor für Strategie und Entrepreneurship an der Universität Potsdam. Er war zudem drei Jahre lang Lehrbeauftragter an der ESCP Europe. Seine Forschungsergebnisse wurden in zahlreichen angesehenen wissenschaftlichen Journals veröffentlicht. Er ist im Ranking der World’s Top 2% Scientists der Stanford University für 2022 sowie im AD Scientific Index 2024 unter den Top 20 der Strategieforscher in Deutschland gelistet. Tiberius war zudem zehn Jahre lang als Handelsrichter am Landgericht Berlin sowie fünf Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht Berlin-Brandenburg tätig.
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