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28. Dezember 2023 | von Elmar Stein

Richten Sie die Unternehmensstrategie erfolgreich an der Branchenstrategie aus?!

Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur den schonenden Umgang mit Ressourcen vor, während und nach dem Produktionsprozess. Es bedeutet auch, dass das Management eines Unternehmens so handelt, dass das Bestehen des Unternehmens in der Zukunft gesichert ist und damit die Mitarbeitenden ihre Jobs behalten, dass Unternehmen profitabel ist und die Kundenbedürfnisse erfüllt werden können. Aus einem so verstandenen nachhaltigen Unternehmensmanagement ergibt sich durch den Zusammenhang der drei genannten Aspekte, dass sich ein Unternehmen an den Kundenbedürfnissen und an den Entwicklungen der Branche beziehungsweise der Industrie und den damit verbundenen Bereichen ausrichten respektive orientieren muss. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein nachhaltiges Management erfolgen kann. Hierbei sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen und zu koordinieren.

Zunächst muss berücksichtigt werden, wie sich die Quantitätsvorstellungen und die Qualitätsansprüche der Kundinnen und Kunden verändern. Basis um dies herauszufinden ist eine fortwährende und intensive Kommunikation mit Kundinnen und Kunden. Diese können hier sehr wichtige Informationen, Vorstellungen, Ansprüche und Anmerkungen geben, die es zu beachten gilt. In vielen Branchen spielt auch das Preisleistungsverhältnis eine wesentliche Rolle. Je nach Unternehmensgröße kann es auch relevant sein, sich auf ein paar zentrale Abnehmerinnen und Abnehmer von Produkten und Dienstleistungen zu konzentrieren um eine gute Basis zu schaffen. Für andere Unternehmen ist es sinnvoller, unterschiedliche Produkte für die verschiedenen Kundinnen und Kunden zu produzieren um individueller auf deren Wünsche eingehen zu können. Diese ausführliche Stakeholderkommunikation hat neben diesem Effekt noch weitere Vorteile.

Die Stakeholderkommunikation ermöglicht tiefergehende Einblicke in die Trends der Branchenentwicklung. Als einzige Analyse sollte sie allerdings nicht genutzt werden. Sie sollte stets durch eine eigene Branchentrendanalyse ergänzt werden. Im Ziel können dabei nämlich nicht nur die Trends der Konsumenten der eigenen Produkte stehen, sondern es müssen auch die Trends bei der Produktion von Waren und die Herausforderungen bei den benötigten Dienstleistungen berücksichtigt werden.

Für beides, die gewünschten Veränderungen bei den Produkten und Dienstleistungen, als auch die sich verändernden Produktionsbedingungen, sind vor allem auch technologische Entwicklungen zu berücksichtigen. Die voranschreitende technologische Entwicklung und Digitalisierung ermöglichen in nahezu allen Bereichen eine massive Veränderungsmöglichkeit, üben aber auch eine sehr starke Veränderungsnotwendigkeit aus. Eine solche geht in vielen Fällen und Branchen auch von sich verändernden gesetzlichen Bestimmungen und den sich daraus ergebenden Auswirkungen aus. Erfolgt eine solche Veränderung und damit Anpassung an die Gegebenheiten nicht, verlieren Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit und gefährden damit über kurz oder lang ihre Existenz und damit deren oben beschriebene Nachhaltigkeit.

Relevant für ein solch verstandenes nachhaltiges Management von Unternehmen ist auch, dass Wettbewerber und deren Entwicklung analysiert werden. Hierdurch lassen sich nicht nur Branchentrends ableiten, sondern die Entwicklung von Wettbewerbern kann mit der eigenen Entwicklung, den eigenen Zielen, Ansprüchen und Vorstellungen verglichen werden. Viele Einsichten können dadurch erlangt werden und es können auf dieser Basis viele Ableitungen und Konsequenzen gezogen werden, die für eine Entwicklungsplanung und Umsetzung relevant sind. Aus der Analyse des Wettbewerbs und der Branchenentwicklung sowie der Trends können gezielt Wettbewerbsvorteile herausgefunden, geplant und schlussendlich auch erzielt werden; dies wiederum trägt zu einem nachhaltigen Management des Unternehmens bei.

Allein mit dem bisher genannten ist ein nachhaltiges Management aber noch nicht vollständig. Es stellt bis zu diesem Zeitpunkt lediglich die Basis für ein nachhaltiges Management dar. Es muss noch eine rechtzeitige Prozessplanung inklusive der Analyse von benötigten qualitativen und quantitativen Personalkompetenzen erfolgen. An dieser wiederum muss sich die Personalentwicklung orientieren. Bei dieser Orientierung müssen Strategien, Ansätze und Prozesse erarbeitet und definiert werden, welche die Zielerreichung bestmöglich unterstützt. Konsequent zu Ende gedacht müssen diese regelmäßig auf die erfolgreiche Umsetzung überprüft werden um bei Bedarf angemessene und rechtzeitige Eingriffe und damit Veränderungen einleiten zu können. Dabei ist jeweils auch auf Veränderungen im Wettbewerb, den gesetzlichen Notwendigkeiten, sich verändernden Trends (vor allem bezüglich der Geschwindigkeit) sowie anderen Einflussfaktoren zu reagieren. Hierdurch wird die Interdependenz und damit die Notwendigkeit der permanenten Analyse und der Konsequenzableitung ersichtlich.

Findet eine solche Analyse in Ihrem Unternehmen statt? Wird diese Ihrer Meinung nach erfolgreich, durchdacht und konsequent umgesetzt? Welche Probleme und damit Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie? Wie könnten diese angegangen werden? Welche Schwierigkeiten sehen Sie dabei?

Elmar Stein
Elmar Stein promoviert derzeit im Bereich systemisch-strategisches Personalmanagement. Er hat einen amerikanischen Master in Human Resource Management (mit Schwerpunkt Organisationsstrategie) und ist Gymnasiallehrer (für Englisch und Politikwissenschaften). Er ist Absolvent der DAM im Lehrgang Geprüfte/r Personalmanager/in.
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