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23. November 2023 | von Elmar Stein

Setzen Sie auf die richtigen Anreize bei Jobbeschreibungen und Vorstellungsgesprächen?!

Denken Sie bitte kurz an Ihre Gedanken, Hoffnungen, Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen in der Vorbereitung auf Ihr letztes Vorstellungsgespräch zurück? Oder machen Sie sich kurz Gedanken über diese Dinge, wenn Sie bald ein Vorstellungsgespräch haben oder hätten?

Sicherlich treffen bei Ihnen mehrere der folgenden Aspekte zu: Arbeitsinhalt und Aufgaben, Arbeitszeit und Arbeitsform (dauernd im Büro, Home Office oder mobiles Arbeiten), Gehalt (Grundgehalt und Boni, Aufstiegsmöglichkeiten, Jobticket, Jobrad, Dienstwagen.

Sicherlich ist dies schon eine umfassende Liste und die genannten Dinge sind für uns alle relevant, wenn auch unterschiedlich wichtig. Wenn Sie laut einer Studie von yougov zu einer Mehrheit der Personen gehören, dann fehlen in der Liste aber zwei sehr wichtige Sache, das Betriebsklima und der Spaß bei der Arbeit. Letzteres ist für 90% der Befragten wichtig.

Mitarbeitenden geht es zunehmend nicht mehr nur allein darum einen Job zu haben, sie wollen sinnvolle Aufgaben und Herausforderungen haben. Sie wollen sich mit Aufgaben beschäftigen, die Ihnen Freude bereiten und die für sie einen wichtigen Beitrag darstellen.

Ebenfalls relevant für Mitarbeitende ist auch, dass sie ein gutes Betriebsklima haben. Mitarbeitende wollen sich in Ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen sowie nette, sympathische und freundliche Kolleginnen und Kollegen als auch Vorgesetzte haben. Wenn man sich kurz überlegt, wie viel Zeit man mit den Kolleginnen und Kollegen das ganze Jahr über verbringt, ist dies sehr leicht nachvollziehbar. Unsympathische, unfreundliche und unkollegiale Kolleginnen und Kollegen sind – neben als unfähig empfundenen Führungskräften – Hauptgründe für Kündigungen und einer vorhergehenden Unzufriedenheit. Nur in wenigen Fällen kündigen Mitarbeitende aufgrund von Aufgaben.

Sofern Sie ein gutes Betriebsklima haben, sollten Sie dies auf jeden Fall in Stellenausschreibungen deutlich hervorheben. Nennen Sie dabei auch ruhig Beispiele um die Aussageabsicht zu untermauern. Für viele potentielle Mitarbeitende ist dies eine wichtige Information. Achten sollten Sie allerdings darauf, dass dies auch der Wahrheit entspricht.

Hervorheben sollten Sie das gute Betriebsklima auch beim Vorstellungsgespräch. Lassen Sie Bewerberinnen und Bewerber mit potentiellen Kolleginnen und Kollegen sprechen. Laden Sie erfolgversprechende Bewerberinnen und Bewerber zum Mittagessen in die Kantine ein. Dies gibt sowohl den Bewerberinnen und Bewerbern die Möglichkeit die potentiellen Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und es ermöglicht auch, dass Mitarbeitende sich ein Bild davon machen können, ob Bewerberinnenbund Bewerber ins Team passen. Gegebenenfalls können diese sogar mit einbezogen werden. Ein solcher oder ein ähnlicher Ansatz ist für das Betriebsklima sicherlich sehr förderlich. Zudem fühlen sich die Mitarbeitenden auch einbezogen und erfahren damit auch Wertschätzung, wenn ihre Meinung gefragt ist.

Denken Sie daran, wie groß die Enttäuschung ist, wenn neue Mitarbeitende mehr oder weniger schnell feststellen, dass das Betriebsklima nicht so wie beschrieben ist. Es wirkt sich negativ aus, stellt die Wahrnehmungsfähigkeit der Führungskräfte und des Unternehmens in Frage und kann zu (frühen) Kündigungen führen.

Um ein angenehmes Betriebsklima in Stellenausschreibungen und Vorstellungsgesprächen darstellen zu können, bedarf es bei vielen Unternehmen noch einer ausführlichen Vorarbeit. Hören Sie doch mal wieder bewusster in das Betriebsklima und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden hinein. Ich bin mir sicher, dass Sie sich noch einiger Dinge bewusst(er) werden können. Ich bin davon überzeugt, dass sich das Investieren von Zeit ins Betriebsklima rentiert.

Elmar Stein
Elmar Stein promoviert derzeit im Bereich systemisch-strategisches Personalmanagement. Er hat einen amerikanischen Master in Human Resource Management (mit Schwerpunkt Organisationsstrategie) und ist Gymnasiallehrer (für Englisch und Politikwissenschaften). Er ist Absolvent der DAM im Lehrgang Geprüfte/r Personalmanager/in.
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