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21. Dezember 2021 | von Dr. Jan Klaus Tänzler

Strategien für Unternehmen Teil 1 | Familienunternehmen, Folge 26

Besonderheiten von Familienunternehmen.“ In der letzten Folge haben wir uns mit dem Strategieprozess von Unternehmen befasst und gesehen, welche Aspekte bei der Ausarbeitung einer geeigneten Strategie eine Rolle spielen. Heute wollen wir darüber sprechen, warum manche Unternehmen über eine lange Zeit hinweg erfolgreich sind und es schaffen immer wieder Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die den Puls der Zeit treffen, während anderen Unternehmen dieses nicht gelingt. Dafür werden wir drei Theorien vorstellen, die versuchen auf die Frage, was den Erfolg von Unternehmen ausmacht, eine Antwort zu finden.

Die erste Theorie, die ich vorstelle, ist die Blue Ocean Strategie von Kim und Mauborgne. Diese Strategie zeigt auf, das Unternehmen oftmals dann besonders erfolgreich sind, wenn ihre Geschäftsmodelle für neue Märkte konzipiert werden. Dafür teilen die beiden Autoren Märkte in sogenannte Red Oceans und Blue Oceans auf. Red Oceans sind etablierte Märkte, die viele Wettbewerber aufweisen und wo ein starker Konkurrenzkampf herrscht. Blue Oceans auf der anderen Seite sind neue, vom Unternehmen geschaffene Märkte, die keine bis wenige Wettbewerber aufweisen und die durch einen schwachen Konkurrenzkampf gekennzeichnet sind. Unternehmen haben demnach einen Vorteil, wenn Sie einen Blue Ocean kreieren, da sie vorerst alleine auf dem Markt vertreten sind und wenige Wettbewerber haben. Die Unternehmen Uber oder Air B&B sind gute Beispiele für Blue Oceans. In beiden Fällen wurden Märkte geschaffen, die es vorher so noch nicht gab.

Als zweite Theorie auf dem Gebiet der Geschäftsmodellentwicklung möchte ich Ihnen die Theorie der Dynamic Capabilites vorstellen. Kernaussage dieser Theorie ist, dass sich erfolgreiche Unternehmen besser an den Wandel anpassen können als ihre weniger erfolgreichen Wettbewerber. Der Grund hierfür liegt in sogenannten dynamischen Fähigkeiten, die es Ihnen erlauben, aktiv auf den Wandel zu reagieren. Dabei können erfolgreiche Unternehmen Chancen im Markt nicht nur erkennen, sondern auch aktiv nutzen. Zum Beispiel haben Unternehmen wie Apple schon frühzeitig erkannt, dass es für Kunden attraktiv ist, wenn das Smartphone über eine eingebaute Kamera verfügt. Darüber hinaus waren sie auch in der Lage, die Kameras in die Smartphones zu integrieren.

Die letzte Theorie, die ich Ihnen heute vorstellen möchte, ist die Theorie der Entrepreneurial Orientation. Laut dieser Theorie sind erfolgreiche Unternehmen nicht nur in besonderem Maße innovativ, sondern darüber hinaus auch proaktiv und risikoorientiert. Das heißt, dass Unternehmen, die es schaffen, sich lange in einem Markt zu halten immer wieder auch Risiken eingehen und von sich aus Chancen erkennen und diese ergreifen, um sich im besten Fall erfolgreich weiterzuentwickeln.

Damit haben sie nun einen guten Überblick über drei Theorien, die im Bereich der Strategie und Geschäftsmodellentwicklung gerne zur Erklärung herangezogen werden. Leider können diese Theorien jedoch keine Aussage darüber geben, wie Unternehmen es schaffen, eine Entrepreneurial Orientation aufzubauen oder dynamische Fähigkeiten zu entwickeln. Ich danke Ihnen, dass Sie auch dieses Mal wieder mit dabei waren. Ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich, wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder mit dabei sind. Bis dahin alles Gute, Ihr Jan Tänzler

Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „Besonderheiten und Herausforderungen von Familienunternehmen“.

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Dr. Jan Klaus Tänzler
Dr. Jan Klaus Tänzler absolvierte eine Bankausbildung bei der Deutsche Bank AG und studierte anschließend an der RWTH Aachen, der National University of Singapore und der UC Berkeley Betriebswirtschaftslehre. Er promovierte an der Universität Mannheim über das Thema Corporate Governance und Corporate Social Responsibilty im deutschen Mittelstand. Mehrmonatige Forschungsaufenthalte führten ihn an die Western University of Australia in Perth sowie die Bank Indonesia in Jakarta. Seit 2018 arbeitet J.T. Tänzler als Geschäftsführer der Snipslmedia GmbH in Hamburg. Darüber hinaus ist er als Posdoc des Hamburger Instituts für Familienunternehmen weiterhin wissenschaftlich tätig.
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