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28. Dezember 2017 | von Rebecca Baasch

Trends im Kulturmarketing IV: Virtual und Augmented Reality

Zwei neue technologische Entwicklungen erweitern derzeit unseren Blick auf die Realität, verändern künftig wesentlich unsere Mediennutzung und werden auch im Kulturmarketing verstärkt eine Rolle spielen: Die Rede ist von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR).
Augmented Reality nutzt das Display eines Smartphones oder Tablets und legt in Echtzeit mit Hilfe von Videobildern eine zusätzliche Ebene mit Informationen auf die reale Umgebung. Die Technologie lässt sich zum Beispiel in eine App integrieren und kann so bequem von Besuchern auf den eigenen Endgeräten installiert werden. Im Museum sieht das dann folgendermaßen aus: Vor einem Kunstwerk erkennt die App eine bestimmte Markierung und liefert dem Besucher virtuell zusätzliche Texte, Hinweise, Bilder oder auch spektakuläre Animationen. Ist bei einem Gemälde auch die Rückseite interessant, kann diese per AR dem Besucher auf seinem Smartphone gezeigt werden, während das Bild weiter unberührt an der Wand hängt. Die AR-Technologie kann im Museum den klassischen Audioguide ergänzen oder sogar ersetzen. Die Theatergruppe Rimini Protokoll macht in ihrem Stück „Situation Rooms“ die Zuschauer mit Hilfe von Tablets und Augmented Reality zu Darstellern. In dem Multiplayer Video-Stück erlebt jeder Besucher ein individuelles Theatererlebnis.

Während mit Hilfe von Augmented Reality die bestehende Welt digital ergänzt wird, erschafft Virtual Reality eine komplett neue Welt. VR bezeichnet das Eintauchen in computergenerierte, interaktive virtuelle Umgebungen. Hilfsmittel sind eine App, die auf dem Smartphone installiert wird und eine VR-Brille, auf deren Außenhülle das Smartphone befestigt wird. Die Technik ist besonders für naturkundliche, kultur- und kunsthistorische Museen oder das Theater geeignet. So nutzt zum Beispiel das Städel Museum in Frankfurt Virtual Reality, um eine Zeitreise durch die historischen Sammlungspräsentationen zu ermöglichen. Als eines der ersten Ausstellungshäuser weltweit hat das NRW-Forum Düsseldorf einen rein virtuellen Ausstellungsraum geschaffen. Ausgestattet mit VR-Brillen können sich die Besucher frei im Raum bewegen und so die ausschließlich virtuelle Kunst erfahren.
Egal ob Augmented oder Virtual Reality: die Anwendungen müssen einen Zusatznutzen bieten und sollen den realen Besuch des Kulturbetriebs ergänzen, nicht ersetzen. Beide Technologien transportieren ein innovatives Image, bauen Markensympathie auf und tragen zur Emotionalisierung der Kulturmarke bei. Gleichwohl ist der Einsatz mit hohem Aufwand verbunden. Kulturbetriebe müssen sorgfältig prüfen, ob sich der Einsatz der Technologien lohnt, oder ob nicht doch lieber auf klassische Marketinginstrumente zurückgegriffen werden sollte.

 

Rebecca Baasch
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