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1. Februar 2024 | von Anika Rosche

Warum erlebt HR-Tech einen solchen Boom?

Unter HR-Tech versteht man Technologien, die im Personalbereich dazu beitragen, die unternehmensinternen Prozesse zu optimieren. Die Einsatzgebiete umfassen nahezu jeden Bereich der Personalprozesse. Seit dem Digitalisierungsschub durch die Corona-Pandemie sind zahlreiche Startups auf den Markt getreten, teilweise im Rahmen von Venture Capital Investments, die den großen Playern am Markt Konkurrenz machen. Zielgruppe von HR-Tech sind (im Gegensatz zu den meisten FinTech und HealthTech Unternehmen) Firmenkunden. Dementsprechend viel Gewinnpotenzial bietet dieser Markt.

Neben den Gewinnaussichten gibt es drei wichtige Trends, die dazu führen, dass HR-Tech Unternehmen einen regelrechten Boom erleben:

  • Fachkräftemangel und War for Talents: selten war die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Unternehmen so prekär wie aktuell. Es gibt weniger Nachfrage als Angebot – ein klarer Bewerbermarkt. Dies führt zu einen dazu, dass die Gehaltsniveaus gestiegen sind und steigen. Zum anderen zwingt es die Unternehmen dazu, neue Wege im Recruiting zu bestreiten und vor allem die bereits im Unternehmen vorhandenen Talente zu halten (Retention). Hier setzen HR-Tech Unternehmen an und bieten Lösungen, die Recruiting und Retention in neue Dimensionen führen.
  • Digitalisierung: es gibt zahlreiche Entwicklungen wie Big Data und KI (künstliche Intelligenz), die Einfluss auf die Arbeitsweise von Personalabteilungen haben. Sie bieten die Chance, effizienter zu arbeiten, Prozesse zu automatisieren und zu verschlanken und damit mehr Zeit für die beratende Personalarbeit zu haben.
  • Gestiegene Wechselbereitschaft: aufgrund der attraktiven Marktbedingungen ist die Wechselbereitschaft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern signifikant gestiegen. Unternehmen benötigen innovative Lösungen, um die Talente zu halten. Hier setzen Retention-Startups an und bieten komfortable Lösungen an. Durch den externen Zukauf solcher Lösungen ist es nicht mehr erforderlich, eine unternehmenseigene Lösung zu entwickeln (was wiederum Kapazitäten bindet), sondern es können hochentwickelte und an die Unternehmensbedürfnisse angepasste Konzepte mit größtmöglichem Outcome genutzt werden.

Es zeigt sich, dass die Möglichkeiten am Markt bereits jetzt sehr umfassend sind und nahezu von Tag zu Tag umfangreicher werden. Wichtig aus Unternehmenssicht an der Stelle ist, sich über die eigenen Bedarfe klar zu werden, sich einen Marktüberblick zu verschaffen und anhand dessen eine zielgerichtete Auswahl zu treffen. Auch Implementierungsdauer und -kosten sind Einflussfaktoren, die nicht zu vernachlässigen sind. Wenn Sie diese Punkte jedoch im Blick behalten, steht einer Nutzung neuer innovativer Lösungen nichts mehr im Wege.

Lesen Sie mehr zum Thema im Humanresourcesmanager

 

Anika Rosche
Anika Rosche hat Medienwirtschaft studiert, eine Ausbildung zur Verlagskauffrau absolviert sowie Zertifzierungen als Personal- und Projektmanagerin abgeschlossen. Sie ist Geprüfte Personalmanagerin (DAM) und arbeitet als HR Director Holding.
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