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17. September 2019 | von Dipl.-Kffr. Daniela Behrendt

Willkommen in der VUKA-Welt – Wie sich unsere Arbeitswelt verändert

Kennen Sie das? Ein neuer Begriff ist in aller Munde und Sie fragen sich, worum es dabei überhaupt geht. So könnte Ihnen das mit dem Begriff „New Work“ auch gehen. Diese Podcast-Staffel geht dem Begriff auf den Grund. Wieso, weshalb, warum überhaupt hören oder lesen wir ständig von New Work?

Selten zuvor in der Menschheitsgeschichte hat sich unsere Gesellschaft so rasant verändert wie heute. Das klassische Bild von Arbeit ist durch die industrielle Arbeit geprägt. Diese war von Arbeitsteilung, hierarchischer Kommandostruktur und extremer Zeit-Disziplin geprägt. Heute befinden wir uns auf dem Weg von eben dieser Industriegesellschaft zu einer Wissensgesellschaft. Dieser Megatrend verändert die Art wie wir arbeiten und wird unter dem Begriff „New Work“ zusammengefasst.

Die kommenden Podcast-Folgen werden den Begriff „New Work“ aus verschiedenen Perspektiven betrachten, so dass Sie am Ende ein klareres Bild davon haben werden.

Lassen Sie uns heute starten mit einem weiteren Begriff, der häufig in der Diskussion um die New Work fällt: die VUKA-Welt.

Die heutige Arbeitswelt ist anders als die uns vertraute: Marktveränderungen, technologischer Fortschritt, Globalisierung und Wertewandel machen die Arbeitswelt komplexer. Es kommt in immer kürzeren Abständen zu Richtungsänderungen. Heute so, morgen so … mag man manchmal denken. Willkommen in der VUKA-Welt!

Um VUKA von der uns vertrauten Welt abzugrenzen, hilft ein Blick zurück in eben diese Vergangenheit. Stellen Sie sich mal einen Arbeitstag in einem traditionellen Industrieunternehmen vor. Wie sah da so ein typischer Arbeitstag aus? Ein Mitarbeitender, der am Montag ins Geschäft kam, wusste ganz genau, was ihn oder sie in dieser Woche erwarten würde. Die Prozesse waren klar beschrieben und fast jeder Handgriff definiert. Veränderungen fanden selten und wenn, dann meist in relativ großen Zeitabständen statt, sodass man die Menschen und das Unternehmen ganz gut darauf vorbereiten konnte. Der Arbeitsalltag war also durch ein relativ hohes Maß an Stabilität gekennzeichnet. Ziele und Aufgaben wurden vom Management geplant und vorgegeben. Das sorgte für ein hohes Maß an Sicherheit. Die verwendeten Prozesse und Methoden waren zwar nicht trivial, aber auch nicht übermäßig komplex. Das Management sorgte durch seine strategische Arbeit und klare Führung für Eindeutigkeit. Schöne alte Welt!

Wenn Sie nun an die heutige Arbeitswelt denken, dann hat sich dem gegenüber doch einiges verändert. Wir beschreiben die heutige Welt als VUKA. VUKA ist ein Akronym, d.h. ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Kunstwort. VUKA beschreibt eine Welt, die im Gegensatz zur alten Welt, durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität gekennzeichnet ist.

Volatilität bedeutet ein hohes Maß an Schwankungen innerhalb einer kurzen Zeitspanne. Die Arbeitswelt ist heute instabiler, unberechenbarer und irgendwie kaum noch vorhersehbar. Keiner weiß, wann und wie sich der jetzige Zustand wieder ändern wird. Überall ist jederzeit mit allem zu rechnen. Um in einem solchen Zustand erfolgreich zu sein, ist es erforderlich, jederzeit schnell und flexibel auf die Veränderungen zu reagieren. Seien Sie also neugierig und beweglich.

Unsicherheit kennzeichnet einen Zustand der Ungewissheit und der Unklarheit. Risiken gehören dadurch zum Alltag. Wir wissen nicht, was als nächstes passiert. Altbewährtes funktioniert oft nicht mehr. Prognosen sind immer häufiger unzuverlässig. Um trotz Unsicherheit erfolgreich agieren zu können, hilft Handeln in kleinen Schritten. Das ist ein bisschen so wie Navigieren im Nebel: Da navigiert der Kapitän auch auf Sicht und schaut immer nur so weit voraus, wie die Wetterverhältnisse es gerade zulassen und dann korrigiert er immer kurzfristig den Kurs.

Komplexität bezeichnet Systeme, die vielschichtig und miteinander vernetzt sind. Strukturen und Abhängigkeiten sind dabei oft nicht ganz klar erkennbar. Alles hängt irgendwie mit allem zusammen. Ein bisschen wie ein Mobile: Wenn Sie dem an der einen Seite einen kleinen Schubs geben, bringt das das ganze System in Bewegung. Um in solchen komplexen Systemen erfolgreich zu agieren, ist es erforderlich zu experimentieren. Welcher Impuls bewirkt welche Reaktion im System? Von welchen Impulsen braucht das System mehr oder weniger, um sich in eine gewünschte Richtung zu entwickeln? Experimentieren Sie also und (wenn erforderlich) korrigieren Sie den Kurs!

Ambiguität bedeutet Mehrdeutigkeit. Etwas kann so oder so oder auch ganz anders sein. Und das, was auf der einen Seite richtig ist, ist vielleicht auch falsch. Mit den daraus entstehenden Widersprüchlichkeiten und Paradoxien müssen wir heute leben. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern.

In dieser VUKA-Welt versagen viele der uns vertrauten Instrumente, Strukturen und Prozesse. Hier muss Arbeit ganz neu gedacht werden.

Einige sogenannte gesellschaftliche Megatrends beschleunigen die Veränderung unserer Arbeitswelt zusätzlich.

Auf diese Megatrends gehe ich im nächsten Podcast ein. Bleiben Sie also neugierig!

 

Daniela Behrendt, Tutorin der Deutschen Akademie für Management

 

Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „New Work“.

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Dipl.-Kffr. Daniela Behrendt
Nach einer Ausbildung als Hotelkauffrau studierte Daniela Behrendt in Berlin an der Humboldt Universität und der Freien Universität Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Organisation und Führung sowie Personalmanagement. Umfassende Kenntnisse und Erfahrungen in der Personalberatung und –entwicklung gewann sie durch ihre langjährige Tätigkeit im Personalbereich der Daimler AG. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren die Durchführung von Potenzialanalysen, Assessement und Development Centern, die Konzeption von Personalentwicklungsprogrammen für High Potentials und Führungskräfte sowie die Steuerung internationaler Mitarbeitereinsätze. Seit 2009 arbeitet Frau Behrendt als selbständige Beraterin für Personal-und Organisationsentwicklung für mittelständische Unternehmen. Dabei steht sie ihren Kunden als HR-Generalist für klar umrissene Aufgaben zeitlich befristet zur Verfügung. Sie unterstützt und begleitet im Tagesgeschäft, bei der Konzeption und Umsetzung moderner HR-Strategien und -instrumente sowie der Planung und Steuerung von HR-Projekten. Als Dozentin für Personalmanagement ist es ihr ein besonderes Anliegen, die Studierenden für Chancen und Herausforderungen der Personalarbeit zu begeistern, ihre Kompetenzen fachspezifisch auszubauen und sich so neue Karrieremöglichkeiten zu erschließen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Themenfeldern Personalauswahl, Personalentwicklung und Führung.
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