Eine Studie hat untersucht, ob ein kurzes Training zur Emotionsregulation die Wirksamkeit von Führung steigert – und welche Mechanismen dabei greifen. Im Fokus standen Deep Acting, d. h. authentisches Zeigen positiver Gefühle, und der positive Gefühlsausdruck gegenüber Mitarbeitenden.
Was verstehen wir unter Emotionsregulation? Emotionsregulation bedeutet, die innere Haltung so zu justieren, dass das sichtbare Gefühl zum Ziel, zur Situation und zu den eigenen Werten passt. Wichtig ist die Unterscheidung: Deep Acting (echte, innerlich verankerte Emotion) versus Surface Acting (aufgesetztes Lächeln).
Ist ein kurzes Training tatsächlich hilfreich? Die Antwort fällt klar positiv aus. Ein Feldexperiment zeigte: Nach einem kompakten Training berichteten Führungskräfte mehr Deep Acting, Beobachtende nahmen mehr positive Affekte wahr – und Mitarbeitende bewerteten die Führungswirksamkeit höher.
Die Effekte liefen indirekt über zwei Mechanismen:
- Deep Acting – wer innerlich Zuversicht und Wertschätzung aktiviert, wirkt im Kontakt glaubwürdig.
- Positiver Gefühlsausdruck – diese Authentizität wird sichtbar und zahlt auf Wirkung ein.
Was folgt daraus für die Praxis?
Ein kurzer, routinierter Vorlauf vor heiklen Gesprächen – Atem zur Ruhe bringen, Intention klären (z. B. Verstehen und Lösung finden), echten Wert-Anker aktivieren – erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie authentisch positiv auftreten. Es geht nicht um Schauspiel, sondern um professionell kultivierte Echtheit.
Fazit
Emotionsregulation lässt sich trainieren – mit Wirkung. Wer echte positive Emotionen innen kultiviert und außen sichtbar macht, führt spürbar wirksamer. Der Hebel ist klein, die Effekte sind direkt im Alltag messbar.
Quelle: Edelman, P. J., & van Knippenberg, D. (2017). Training Leader Emotion Regulation and Leadership Effectiveness. Journal of Business and Psychology, 32(6), 747–757. https://doi.org/10.1007/s10869-016-9471-8