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13. Dezember 2016 | von Dipl.-Kommunikationswirt Klaas Kramer

19: Was bringt ein Businessplan?

Marktentwicklungen sind prinzipiell unvorhersehbar. Unternehmer sind Unternehmer, weil sie Entscheidungen unter Unsicherheit treffen. Von daher könnte man kritisieren, dass die Forderung, einen Businessplan zu schreiben, von den unternehmerischen Aufgaben ablenkt: Entwicklung einer zielgruppennutzenspezifischen Unternehmensstrategie, Schulung der mentalen Basis für eine unternehmerische Persönlichkeit, Arbeit an der Unternehmensvision, Bewusstwerden der begrenzten Macht bei gleichzeitiger Übernahme der unbeschränkten Verantwortung für die Folgen aller Entscheidungen.
Aber: Die Arbeit an einem solchen „Plan“ zwingt dazu, überhaupt erst einmal schriftlich zu artikulieren, was genau die Geschäftsidee ist, wer mein Markt ist und was ich ihm bieten möchte, das er nicht bereits von anderen Anbietern hinreichend geliefert bekommt. Der Plan zwingt, plausibel darzulegen, was ich tun werde, um auf gewünschte Umsätze und Erträge zu kommen.
Es geht nicht darum, genau zu planen, was man an welchem Tag in der Zukunft genau tut. Was jedoch dazu gehört, ist eine gedankliche Beschäftigung mit möglichen Risiken und Fallstricken und wie auf diese zu reagieren ist.
Über diesen Weg bricht die Gründerin wenigstens zeitweise aus der Box der Fachkraft aus und der „unternehmerische Anfall“ kommt auf den Prüfstand: Wie strapazierfähig ist die Unternehmerin in der Gründerin, wenn sie gezwungen wird, Argumente zu finden, die auch kritische Banken und Behörden davon überzeugen, dass das Geschäft im Worst-Case immer noch tragfähig ist; wenn etwa Werbung und Akquise nicht so anschlussfähig sind wie erhofft; wenn Fördergelder niedriger oder ganz ausfallen; wenn Wettbewerber die Idee rasch kopieren; wenn gesundheitliche oder private Probleme der Gründerin zusetzen? Die Arbeit am Businessplan fordert eine Betrachtung des Gründungsvorhabens von außen.
Ein Businessplan bringt am meisten, wenn er regelmäßig aktualisiert wird und nicht nur „Pflichtübung bei Gründung“ ist. Ich empfehle, sich den Plan quartalsweise vorzunehmen.

Dipl.-Kommunikationswirt Klaas Kramer
Dipl.-Kommunikationswirt Klaas Kramer, geboren 1972, studierte nach seiner Ausbildung zum Elektromaschinenmonteur und seiner Arbeit im Kultur-Event-Bereich Wirtschaftskommunikation an der FHTW Berlin (heute htw Berlin). Seit 1991 ist er selbständig zuerst im Vertrieb, dann als Partner einer Design Agentur und Marketingberatung und seit 2012 als Coach. Zwischen 2007 und 2012 übernahm er Lehraufträge an Hochschulen und ist seit 2013 für die Deutsche Akademie für Management tätig. Klaas Kramer ist Autor und Co-Autor mehrerer Bücher. Zuletzt erschienen sind „Besser unternehmen“, „Anleitung zum gesellschaftlichen Aufstieg“ und „Deutschland in der Krise“.
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