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18. November 2019 | von Anika Földi

Fixierung auf das Unerledigte: der Zeigarnik-Effekt und wie man ihn sich zu Nutze macht

Können Sie abends trotz unerledigter Aufgaben auf der Arbeit gut abschalten? Wenn nicht und Ihnen ihre offenen to dos noch stundenlang durch den Kopf geistern, geht es Ihnen wie den meisten. Und Auslöser dafür könnte der Zeigarnik-Effekt sein. Dieser verfolgt nämlich die Theorie, dass einem unerledigte Aufgaben besser im Gedächtnis bleiben als erledigte. Die Theorie der russischen Psychologin Bljuma Wulfowna Zeigarnik ist zwar umstritten, aber dennoch scheint dieser im Arbeitsalltag Gültigkeit zu haben. Grundsätzlich ist die Erinnerung an Unerledigtes natürlich positiv – doch wie schaffen es Mitarbeitende dennoch, nach der Arbeit abzuschalten, um sich vollends erholen zu können? Mit ein paar kleinen Tricks kann sich dieser Effekt sogar zu Nutze gemacht werden: die offenen Aufgaben werden am Ende des Tages auf einer to do Liste gesammelt inkl. Deadlines, sodass das Gehirn das Aufnehmen auf die Liste als Erledigung ansieht und die Aufgabe aus der Erinnerungsliste im Vordergrund verschwindet. Zudem weiß man, dass Ernest Hemingway ebenfalls einen Weg zum Umgang mit diesem Effekt gefunden hat – ob wissentlich oder nicht ist hingegen nicht bekannt: er hat seine Tätigkeit bewusst an einer Stelle unterbrochen, an der ihm der Wiedereinstieg am nächsten Tag sehr leicht fällt, an dem er jedoch auch ohne Probleme hätte weitermachen können. Dies erhöht die Motivation, am Folgetag weiter zu arbeiten und gleichzeitig wird dem Gehirn durch die bewusste Unterbrechung ein Abschluss signalisiert.

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Anika Földi

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