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27. Juni 2017 | von

Wirksam als Führungskraft? – Folge 14: Der Pygmalion-Effekt – Je mehr man erwartet, umso höher ist die Leistung.

Die zwei generellen Grundannahmen des Pygmalion-Effekts lauten: Hegen Führungskräfte hohe Erwartungen, werden Mitarbeiter wahrscheinlich Überdurchschnittliches leisten und Mitarbeiter tun oft genau das, was ihrer Ansicht nach von ihnen erwartet wird.

Pygmalion war ein mythischer, cyprischer König, der sich aus Elfenbein die Statue seiner idealen Lebensgefährtin schnitzte und sich in sein Werk verliebte. Aphrodite hatte ein Einsehen und erweckte die Statue zum Leben. Vielleicht kennen Sie den Begriff aber auch im Zusammen mit dem Erfolgsmusical von George Bernhard Shaw, bei dem das Blumenmädchen Eliza Doolittle von Professor Higgings „gesellschaftsfähig“ gemacht wird. Beide Beispiele zeigen auf, worum es beim Pygmalion-Effekt geht: Um die selbsterfüllende Prophezeiung durch die Übertragung von Erwartungen auf andere.

Für die praktische Umsetzung im täglichen Führungsalltag, einige Tipps und Ideen, wie Sie noch heute beginnen können, den Pygmalion-Effekt für Ihren Erfolg und den Ihrer Mitarbeiter zu nutzen:

  • Bauen Sie hohe – aber realistische – Leistungserwartungen auf, denen Ihre Mitarbeiter dann gerecht werden können.
  • Übertragen Sie Ihr Selbstvertrauen und die Gewissheit eigenen Könnens auf andere.
  • Denken Sie daran: Zuwendung oder Kälte, beides ist ansteckend!
  • Wenn Sie Ihre Mitarbeiter so behandeln, als ob diese niemals die mindeste Aussicht auf Erfolg haben … dann werden Sie genau das bekommen!
  • Niedrige Erwartungen – zum Beispiel durch destruktive Kritik – rufen eine Verhalten hervor, das das Scheitern begünstigt.
  • Mitarbeiter zu erkennen und zu entwickeln, das muss Ihre Maxime sein.
  • Was Mitarbeiter von sich halten, beeinflusst auf subtile Weise auch Ihre Mitarbeiter.
  • Trauen Sie Ihren Mitarbeitern mehr zu.
  • Sprechen Sie mehr mit Ihren Mitarbeitern: Wenn Sie nichts sagen, wird oft vermutet, dass Sie mit einer Leistung nicht (ganz) zufrieden sind und unsichere Menschen denken dann schnell, sie wären ein „hoffnungsloser Fall“
  • Gleichgültigkeit signalisiert oft: „Ich mache mir nicht viele Gedanken über Sie!“
  • Der Schlüssel zu hohen Erwartungen liegt oft darin, wie Sie Ihre Mitarbeiter behandeln!
  • Nur wenn die Mitarbeiter die Erwartungen auch für realistisch und erfüllbar halten, wirken Sie motivierend!
  • Haben Sie selbst mehr Vertrauen in Ihre Fähigkeit.

Viele Studien haben gezeigt: In einem Unternehmen sind die (ersten) Berufsjahre, in denen sich junge oder neue Mitarbeiter noch stark vom normierenden Verhalten und von den Erwartungen der Führungskräfte beeindrucken lassen, wegweisend für die künftige Performance und Karriere. Eine besondere Verantwortung kommt Ihnen als Führungskraft zu, die die Führungsverantwortung für Neueinsteiger und Berufsanfänger tragen.

Zögern Sie also nicht länger und testen Sie Pygmalions Effekt und Pygmalions Gesetz. Sie werden erstaunt sein, wie Sie in kürzester Zeit den Erfolg Ihrer Mitarbeiter – und damit auch Ihren eigenen – steigern können. Denn wir alle gleichen im Prinzip Eliza Doolittle: „Wir benehmen uns einfach so, wie wir behandelt werden.“

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