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2. Mai 2017 | von

Wirksam als Führungskraft? – Folge 6: Führung ohne Vorgesetztenfunktion – so gelingt es!

In vielen Unternehmen ist die Arbeit in verschiedenen Projekten und ohne Weisungsbefugnis Alltagsgeschäft. So kann es sein, dass eine Vertriebsassistentin die Verantwortung für die Durchführung eines wichtigen Vertriebsprojektes erhält. Ein Teamkollege ein komplexes IT-Projekt mit einem anderen Fachbereich realisieren muss. Oder ein Mitarbeiter in einer Matrixorganisation mit seinen Kollegen in ganz Europa ein neues Logistikkonzept erstellen muss. Und das ganz ohne direkte Führungsfunktion. Es gibt drei relevante Bereiche, die den Erfolg des Führens ohne Weisungsbefugnis beeinflussen. Diese sind: die organisatorische Managementebene, die persönliche Kollegenebene und Ihr eigenes Rollenverständnis.

Wichtig auf der Managementebene ist zu Beginn, dass Ihnen ein klarer Auftrag, mit einem klaren Ziel, einer Zeitvorgabe und einer Ergebnisbeschreibung erteilt wird. Vorsicht: Laufen Sie nicht los, ohne dass Ihnen ein klarer Auftrag erteilt wurde. Achten Sie zudem darauf, dass Ihnen die nötigen Ressourcen zugeteilt wurden. Außerdem muss der jeweilige Vorgesetzte eingebunden sein, wenn seine Mitarbeiter für das Projekt oder eine übergreifende Aufgabe verplant werden. Dazu dient ein Steuerkreis mit Ihren Auftraggebern. So können mögliche strittige Punkte besprechen und unterschiedliche Interessen klären. Das ist aus Managementsicht ein wichtiges Erfolgsprinzip.

Wenn es Ihnen möglich ist, dann versuchen Sie bei der Zusammensetzung des Teams mitzuwirken. Falls es die Möglichkeit gibt, sollten Sie sich die am besten geeignetsten Kollegen aussuchen bzw. diese dem Auftraggeber oder dem Steuerungsausschuss vorschlagen. Sensibilisieren Sie sich zu Beginn auch für ein unterschiedliches Herangehen Ihrer Kollegen an die Aufgaben bzw. das Projekt. Insbesondere wenn Ihre Aufgabe über Ländergrenzen hinweg zu erledigen ist, ergibt sich ein vermehrter Abstimmungsbedarf. Das nicht nur allein wegen unterschiedlicher Sprachen, sondern insbesondere auch wegen unterschiedlicher Arbeits- und Vorgehensweisen.

Für Sie ist zudem wichtig, dass Sie mehr die Rolle eines Moderators annehmen. Sie haben den Hut auf, die maximale Verantwortung für die Ergebnisse und der Prozess als solches. Wenn es bei der Zusammenarbeit immer wieder an einer Stelle hakt, kann eine gemeinsam festgelegte Veränderung der Regeln Wunder bewirken. Das gilt für kleine Streitpunkte wie Terminabsprachen, aber auch für das Lösen von größeren, festgefahrenen Problemen. Schaffen Sie Offenheit, Transparenz, Beteiligung, Einbindung und Vertrauen. Denken Sie daran, es soll nachvollziehbar sein, was Sie vorhaben und das gemeinsam mit Ihren Kollegen. So gelingt Ihnen auch die Führung ohne Weisungsbefugnis.

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