2730 Grundlagen des Betrieblichen Sozialmanagements
Prof. Dr. Juliana Schlicht
Sophie Kaiser
Inhalt:
1 Begriffliche Grundlagen und Hintergrund
1.1 Begriff „Betriebliches Sozialmanagement“
1.2 Ziele des BSM
1.3 Historische Entwicklung des BSM
2 Theoretische Grundlagen und Modelle des BSM
2.1 (Neo-)paternalistische Ansätze (normativ-fürsorglich)
2.2 Ökonomisch-strategische Ansätze
2.3 Partizipativ-gestaltende Ansätze
3 Zwischen Gestaltungsfreiheit und Regeldichte: Rechtlicher und sozialpolitischer Rahmen des BSM
3.1 Grundgesetz und EU-Recht – Verfassungsfundament und supranationale Leitplanken des BSM
3.2 Antidiskriminierungs- und Teilhaberecht – Gleichstellung als Gestaltungsauftrag
3.3 Gesundheits- und Arbeitsschutzrecht – Gesundheit als unternehmerische Verantwortung
3.4 Zwischen Vereinbarkeit und Arbeitsplatzsicherheit: Soziale Schutzrechte im Betrieb
3.5 Betriebsverfassungs- und Tarifrecht – Mitbestimmung als institutionalisierte Gestaltungsmacht
3.6 Steuer- und Sozialversicherungsrecht
3.7 Datenschutzrecht im BSM
3.8 CSR- und Nachhaltigkeitsregulierung im BSM
3.9 Kritische Reflexion – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
3.10 Fazit: Zwischen Paragraf und Praxis – BSM als Raum verantwortlicher Gestaltung
4 Vom Fürsorgesystem zur strategischen Gestaltung sozialer Arbeit im Unternehmen: Handlungsfelder des Betrieblichen Sozialmanagements
4.1 Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz
4.2 Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
4.3 Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit
4.4 Beratung und psychosoziale Unterstützung
4.5 Personalentwicklung und Beschäftigungsfähigkeit
4.6 Sozialleistungen und monetäre Unterstützungssysteme
4.7 Organisationskultur und Diversity Management
4.8 Fazit: BSM als systemische Querschnittsaufgabe
5 Abschluss: Vom normativen Rahmen zur gelebten Praxis – Betriebliches Sozialmanagement als Organisationskompetenz
5.1 Zentrale Erkenntnisse im Überblick
5.2 Ausblick: BSM zukunftsfähig gestalten
5.3 Abschlussreflexion
Studienziele:
Wenn Sie dieses Modul studiert haben, sollten Sie in der Lage sein…
• zentrale Begriffe, rechtliche Grundlagen und institutionelle Akteure des BSM wiederzugeben, darunter relevante Gesetze und politische Leitprinzipien;
• die gesellschaftspolitische Bedeutung des BSM als Instrument der sozialen Verantwortung von Unternehmen zu erläutern;
• die Verzahnung von rechtlichen Normen, organisationalen Strukturen und individuellen Lebenslagen im betrieblichen Kontext zu erklären;
• Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Handlungsfeldern wie Gesundheitsmanagement, Vereinbarkeit oder Inklusion zu beschreiben und zu interpretieren;
• gesetzliche Anforderungen (z. B. Gefährdungsbeurteilung, BEM, Datenschutz) auf betriebliche Fallbeispiele zu übertragen;
• konkrete Maßnahmen des BSM situationsgerecht auszuwählen, zu begründen und in betriebliche Prozesse zu integrieren (z. B. Elternzeitmodelle, Diversitätsstrategien, Gesundheitsbudgets);
• komplexe Fallkonstellationen (z. B. Zielkonflikte bei Teilhabe, Pflegezeit, CSR) systematisch aufzudröseln;
• institutionelle, normative und kulturelle Einflussfaktoren zu analysieren, die eine rechtssichere und wirkungsvolle Gestaltung des BSM erschweren oder fördern;
• sozialpolitische Maßnahmen und betriebliche Praxisbeispiele im Lichte rechtlicher, ethischer und wirtschaftlicher Kriterien kritisch zu bewerten;
• Stärken, Risiken und Grenzen verschiedener Modelle des BSM (z. B. BEM-Verfahren, Diversity-Audits, CSR-Berichterstattung) zu reflektieren und fundiert zu beurteilen;
• kreative und gleichzeitig rechtlich fundierte Konzepte betrieblicher Sozialpolitik zu entwickeln (z. B. Sozialleistungsmodelle, Inklusionsprogramme, Rückkehrkonzepte);
• eine systematische Sozialstrategie für ein Unternehmen zu planen, die gesetzliche Pflichten, unternehmerische Ziele und menschliche Lebenslagen integrativ berücksichtigt.
Belegempfehlung:
Dieses Modul ist besonders geeignet für Fach- und Führungskräfte aus dem Personalwesen, der Sozialberatung, dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement oder der Organisationsentwicklung, die betriebliche Sozialverantwortung aktiv gestalten möchten und sich mit Themen wie Inklusion, Vereinbarkeit, Diversity oder BEM praxisnah und strategisch auseinandersetzen möchten.. Es richtet sich auch an alle, die rechtliche Anforderungen, soziale Anliegen und betriebliche Interessen wirkungsvoll miteinander verbinden wollen.
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