Erweitertes Kognitives Motivationsmodell (Heckhausen)

Erweitertes Kognitives Motivationsmodell (Heckhausen)

Erweitertes Kognitives Motivationsmodell (Heckhausen)

Als Motivationsforscher wurde der deutsche Psychologe Heinz Heckhausen vor allem für seine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Handlungsmotivation im Kindesalter bekannt. Das von ihm entwickelte Erweiterte Kognitive Motivationsmodell fand jedoch nicht nur hinsichtlich der Leistungsmotivation von Schülern Interesse, sondern lässt sich auch auf Motivationsprozesse von Erwachsenen anwenden.

Heckhausen wollte herausfinden, wann eine Person handeln wird, um ein Ziel zu erreichen. Aus seiner Sicht sind dafür vier Komponenten entscheidend: die wahrgenommene Situation, eine mögliche Handlung, das Ergebnis dieser Handlung und die aus dieser Handlung wahrscheinlich resultierende Folgen.

Die Annahme einer Person, was geschehen wird, wenn sie in einer bestimmten Situation nicht handelt, bezeichnet Heckhausen als Situations-Ergebnis-Erwartung. In Abgrenzung bezeichnet Heckhausen die Annahme einer Person dazu, mit welcher Wahrscheinlichkeit das eigene Handeln zum gewünschten Ergebnis führt, als Handlungs-Ergebnis-Erwartung. Am interessantesten hinsichtlich der Motivation ist jedoch die Ergebnis-Folge-Erwartung, also die Einschätzung seitens einer Person, ob das Ergebnis ihres Handelns relavante Folgen haben wird.
Bestandteil des Erweiterten Kognitiven Motivationsmodells ist ein Fragenkatalog. Aus den Antworten lässt sich ableiten, ob die Person handeln wird oder nicht. Die erste Frage zielt darauf ab, ob die Person der Meinung ist, das Ergebnis sei durch die Situation bereits festgelegt. Wird diese Frage bejaht, handelt die antwortende Person vermutlich nicht. Die zweite Frage will ergründen, ob die Person überzeugt ist, das Ergebnis durch ihr Handeln beeinflussen zu können. Mit der dritten Frage soll herausgefunden werden, ob der Person die möglichen Folgen des Ergebnisses wichtig genug sind. Die vierte Frage schließlich ist darauf gerichtet, ob die Person der Meinung ist, das Ergebnis wird die erwünschten Folgen nach sich ziehen. Eine Person wird vermutlich nicht handeln, wenn sie eine der letzten Fragen verneint.