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ISSN-Nr. 2199-9430

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Freiwilligenmanagement – Zum Umgang mit dem Risikofaktor Mensch

Der soziale Sektor wird durch vielfältige Bereiche geprägt: Kinder- und Jugendhilfe, Allgemeine Soziale Dienste oder die Erwachsenenbildung – um nur einige zu nennen. Dabei ist das konkrete Vorgehen stets an Menschen ausgerichtet – sei es durch Gruppenangebote oder Leistungen für individuelle Personen. Fundiertes theoretisches Wissen ist dabei für ein angemessenes und zielgerichtetes Handeln unerlässlich. Dennoch ist der Faktor Mensch in seinem Verhalten – das nicht immer objektiv rational, sondern häufig auch emotional geprägt ist – ein Stück weit unberechenbar.

 

Beim Freiwilligenmanagement spielt die menschliche Ebene eine wichtige Rolle. Ehrenamtsmanager/innen sind dann erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, innerhalb der heterogenen Gruppe von Freiwilligen eine tragfähige Basis herzustellen, die einerseits die Individualität der Personen angemessen berücksichtigt und andererseits verbindende Elemente in den Fokus rückt.

 

Wichtig ist, dass die für die Freiwilligenkoordination Zuständigen stets auf eine klare unmissverständliche Kommunikation achten. Es ist immer wieder zu beachten, dass jeder Mensch ein ganz klares Bild im Kopf hat, das sich von den Vorstellungen der Anderen unterscheidet. Durch konkretes Nachfragen können Missverständnisse frühzeitig identifiziert werden. Somit sollten Sozialmanager/innen, die mit der Ehrenamtlichen-Koordination betraut sind, großzügig Zeit und Energie für akutes Krisenmanagement einplanen. Immer dann, wenn bei Sachentscheidungen zwischenmenschliche Störungen oder eigennützige persönliche Interessen dominieren, müssen die für die Gesprächsführung Verantwortlichen intervenieren.

 

Dazu gehört, dass sie in der Lage sind, bei Besprechungen mit Ehrenamtlichen im richtigen Moment von der ursprünglichen Agenda abzuweichen, um mit Fingerspitzengefühl emotional die Wogen zu glätten und auf der sachlichen Ebene möglicherweise konträre Vorstellungen zu klären. Es kann im Nachgang hilfreich sein, den konträren Perspektiven verschiedener „Mitstreiter/innen“ in Einzelgesprächen Raum zu verschaffen. Aus zunächst widersprüchlich erscheinenden Positionen kann ein differenziertes Bild entstehen, mit dem die Gruppe beim nächsten Treffen konstruktiv weiterarbeiten und eine Konsenslösung anstreben kann. Auf diese Weise wird wirkungsvolle Gesprächsführung zu einem wichtigen pädagogischen Instrument, das einen wertvollen Beitrag für den inhaltlichen Entscheidungsprozess leistet.

Christian Renner

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