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ISSN-Nr. 2199-9430

Herausgegeben von der

Deutschen Akademie für Management

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Personalentwicklung neu gedacht

New Work, Folge 9

Bei den meisten Unternehmen ist die Aus- und Weiterbildung der größte Kostenfaktor der Personalausgaben nach den Gehältern.

Aber wie häufig haben Sie sich nach so einer Veranstaltung schon gefragt, ob sich das jetzt wirklich für Ihr Unternehmen gelohnt hat?

Heutzutage lassen sich fachliche Informationen im Internet abfragen – oft sogar kostenlos. Trotz größter Selbsteinsicht und guter Vorsätze gelingt der Transfer von Seminarinhalten in den Arbeitsalltag nur selten. Und bei verordneten Pflichtveranstaltungen ist der Erfolg naheliegenderweise noch geringer. Von vielen Teilnehmern werden Weiterbildungen lediglich als aktive Erholungspause mit kostenloser Verpflegung genutzt.

Wir wissen, dass der größte Lernerfolg entsteht, wenn Lernen während der Arbeit selbst geschieht. Dann handelt es sich meistens um bedarfsorientiertes Lernen: Wir lernen genau das, was wir brauchen, um ein Problem, dass wir genau zu diesem Zeitpunkt haben, zu lösen. Hier sind Kollegen oft die besseren Trainer als jeder externe Experte, der zur falschen Zeit am falschen Ort die falschen Inhalte lehrt.

In der Arbeitswelt 4.0, in der Teams eigenverantwortlich arbeiten, ist es naheliegend, dass sie auch die Verantwortung für ihre Weiterbildung tragen. Wie kann das gehen?

  • Mit Blick auf ihre aktuellen und zukünftigen Aufgaben können Mitarbeiter z.B. ihren Entwicklungsbedarf selbst identifizieren
  • Zusätzlich können sich Kollegen durch gegenseitiges Feedback dabei unterstützen, weitere Entwicklungsbedarfe zu erkennen
  • Innerhalb eines festgelegten Budgets können Teams frei darüber entscheiden, welcher Mitarbeiter an welcher internen oder externen Weiterbildung teilnimmt.
  • Mitarbeiter, die über spezielle Kenntnisse, Fertigkeiten und/oder Talente verfügen oder sich für ein Thema begeistern, können dies an ihre Kollegen weitergeben. Das kann digital z.B. über betriebsinterne Kommunikationsplattformen geschehen oder in internen Schulungen.

Selbstorganisiertes Lernen hat viele Vorteile:

  • Weil Mitarbeiter nicht fragen müssen, ob sie etwas lernen dürfen, ist die Motivation für das Lernen sofort viel höher
  • Wenn Lernen bedarfsorientiert und durch Anwendung im Arbeitsalltag erfolgt, dann werden die Lerninhalte wirksamer und nachhaltiger abgespeichert
  • Mitarbeiter, die anderen etwas beibringen, lernen dabei selbst und entwickeln sich weiter
  • Wenn Teammitglieder zu Ausbildern/Trainern werden, ist dies für sie auch eine Möglichkeit, sich zu zeigen und für ihr Fachwissen Anerkennung zu bekommen
  • Last but not least sinken die Kosten für unproduktive Zeiten der Weiterbildung

Wenn Teams eigenverantwortlich festlegen, welcher Mitarbeiter welche Qualifizierung bekommen sollen, dann muss das Team diesbezüglich eine Entscheidung treffen. Auch in diversen anderen Situationen muss das Team Entscheidungen treffen, die in der „alten Welt“ wahrscheinlich von der Führungskraft getroffen worden wären. Welche Möglichkeiten es in selbstorganisierten Teams gibt, schnell zu tragfähigen Entscheidungen zu kommen, erfahren Sie im nächsten Podcast. Bleiben Sie also neugierig!

 

Quellen:

Hermann Arnold (2016): Wir sind Chef – Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert, Haufe Verlag, S. 223-226.

Frederic Laloux (2014): Reinventing Organizations – Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit, S. 180-182.

 

Daniela Behrendt, Tutorin der Deutschen Akademie für Management

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