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ISSN-Nr. 2199-9430

Herausgegeben von der

Deutschen Akademie für Management

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Sharing Economy

Vertreter und Vertreterinnen aus Theorie und Praxis behaupten unermüdlich, dass die gegenwärtigen Entwicklungen von einem tiefgreifenden Paradigmenwechsel gekennzeichnet seien. Ein Paradigma beschreibt (sehr grob formuliert) eine dominierende Weltsicht oder Weltanschauung. In wissenschaftlicher Hinsicht kann man auch von einem Erklärungsmodell sprechen. Viele neue Begrifflichkeiten versuchen zu beschreiben, was momentan in der Wirtschaft vor sich geht: Auf-Nachfrage-Ökonomie (engl.: on-demand economy), nächste industrielle Revolution (engl.: next industrial revolution), Überwachungsökonomie (engl.: surveillance economy) oder aber auch Ökonomie des Teilens (engl.: sharing economy). In jeder Hinsicht hat die Wissenschaft einige Jahre zu tun, um diese Begrifflichkeiten angemessen zu katalogisieren. Wir widmen uns dem Begriff der Sharing Economy.

In der Wirtschaft geht es um das Geldverdienen. Die Frage ist nur, wie das passiert, wenn sich etwas ändert: „Capitalism, when a crisis hits, tends tob e restructured. New technologies, new organisational forms, new modes of exploitation, new types of jobs, and new markets all emerge to create a new way of accumulating capital“ (Srnicek, 2017, S. 36). Wir alle greifen als Konsumierende auf E-Commerce Anbieter wie Amazon zurück, erwerben digitale Inhalte (z.B. E-Books, Musik oder Filme). Interessant wird es, wenn neue Anbieter auftauchen oder Märkte entstehen, die es zuvor nicht gab. Die Sharing Economy ist ein solches Beispiel: Diese ist weitestgehend marktbasiert, eröffnet neue Verwendungsmöglichkeiten für Vermögensgegenstände und Fähigkeiten, formiert sich über dezentrale Crowd-Netzwerke (d.h. alle können mitmachen), verwässert die Grenze zwischen Privat- und Geschäftssphäre sowie zwischen Festanstellung und Freizeitaktivitäten (vgl. Sundararajan, 2016, S. 27).

Weder Uber besitzt eigene Taxis noch Airbnb eigene Immobilien. Die Unternehmen agieren als Plattformanbieter und bringen Angebot und Nachfrage zusammen. Wer entweder ein Auto zur Verfügung stellen kann oder eine Wohnung bzw. Haus besitzt, kann an der Sharing Economy teilnehmen. Ein anderes Beispiel ist das Crowdfunding (z.B. Startnext Crowdfunding GmbH), wo finanzielle Mittel für alle möglichen Projekte gesammelt (bzw. investiert) werden, die vormals nicht den Hauch einer Chance hatten. Die früher existierenden Markteintrittsbarrieren oder der Ausschluss einiger Wettbewerber funktioniert nicht mehr so gut.

In dieser Hinsicht findet ein Paradigmenwechsel statt. Die weitestgehend als digitale Transformation bekannte Entwicklung demokratisiert die Märkte stärker als je zuvor und schafft für Konsumierende und Anbietende gleichermaßen neue Möglichkeiten der Teilhabe. Diese werden auch neue Jobs schaffen. Insofern kann man nur hoffen, dass weitere kluge Geschäftsmodelle entstehen. 

Prof. Dr. Dirk Drechsler ist Autor des Studienbriefes 1510 Digitales Management

Literatur:

  • Srnicek, N. (2017): Platform Capitalism, Polity Press, Cambridge und Malden.
  • Sundararajan, A. (2016): The Sharing Economy, The End of Employment and the Rise of Crowd-Based Capitalism, The MIT Press, Cambridge und London

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